Lawinengefahr oft unterschätzt

Drei Tote nach Lawinen-Unglück in Lech: Skifahrer waren auf gesperrter Piste unterwegs

14. Januar 2019 - 21:37 Uhr

Vierter Mann wird noch vermisst

Vier Freunde wollen eine der steilsten Abfahrten der Welt bezwingen. Gewaltige Schneemengen und Lawinengefahr schrecken sie nicht ab - sie haben ja eine Notfallausrüstung. Doch der Skiausflug im österreichischen Lech endete für drei tödlich, ein Vierter wird noch vermisst.

Bergwacht warnt: Gesicherte Pisten nicht verlassen!

Die Männer aus Oberschwaben hatten wohl keine Chance, obwohl sie eine Notfallausrüstung dabei hatten und ihre Airbags während des Lawinenabgangs auslösten. Bereits am Wochenende wurden drei Mitglieder der Skifahrergruppe aus Deutschland tot geborgen. Die Suche nach dem Vermissten musste vorerst unterbrochen werden. Das Wetter ist zu schlecht, es schneit ununterbrochen.

Samstag-Abend meldete die Frau von einem der Skifahrer die Gruppe als vermisst. "Daraufhin wurde sofort der Lawinensuchdienst in Gang gesetzt", sagt Hermann Fercher von Lech Tourismus. Die Männer hatten offenbar die Verbotsschilder auf der Piste missachtet und waren über eine gesperrte Piste ins Gelände gefahren.

Skifahrer starben trotz Notfallausrüstung

13.01.2019, Bayern, Obermaiselstein: Die Zufahrt zum Riedbergpass in Richtung Balderschwang ist wegen Lawinengefahr gesperrt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wegen Lawinengefahr sind derzeit viele Straßen im Alpenraum gesperrt.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh cvi

Alle vier hatten laut Behörden eine komplette Notfallausrüstung dabei. Dazu gehört ein Peilsender für Verschüttete, eine Sonde für die Suche im tiefen Schnee, eine Schaufel und ein Rucksack mit Lawinenairbag. Der Airbag soll dafür sorgen, dass bei einem Lawinenabgang Skifahrer nicht zu tief verschüttet werden. Doch das hat nicht geholfen. Bergwacht und Bürgermeister warnen die Skifahrer: Die gesicherten Pisten niemals verlassen!

Wie andere Skifahrer aus Lech auf den schrecklichen Unfall reagieren, sehen Sie im Video.