Wende bei Bluttat von Starnberg

Mutmaßlicher Haupttäter (19) hat gestanden - Er soll die Tat gefilmt haben

Drei Tote in Haus in Starnberg gefunden
© dpa, Lino Mirgeler, lim fdt

25. Januar 2020 - 10:01 Uhr

Starnberg: Bekannter des Sohnes gesteht Mord

Im Fall der drei Leichen in einem Haus im oberbayerischen Starnberg geht die Polizei von Mord aus. Ein 19 Jahre alter Bekannter des getöteten Sohnes habe das Verbrechen gestanden, teilten die Beamten am Freitag mit. In der vergangenen Woche gingen die Ermittler noch davon aus, dass der Sohn (21) seine Eltern und anschließend sich selbst umgebracht haben könnte.

Angehörige hatten Polizei gerufen

Am Sonntag, 12. Januar, hatte die Polizei die drei Leichen gefunden. Sie wiesen Schusswunden auf. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um einen erweiterten Suizid handeln könnte. Jetzt die Kehrtwende: Die Polizei hat am Freitag zwei Personen festgenommen. Einen 19 Jahre alten Hauptverdächtigen, der die Tat bereits gestanden hat, und einen 18-Jährigen, der ihn zum Tatort gefahren und wieder abgeholt haben soll. 

"Die detaillierte Schilderung und ein inzwischen wiederhergestelltes Handy-Video zum Tatgeschehen, das der 19-Jährige selbst drehte, belegen dieses Eingeständnis", teilte die Polizei mit. Zeugenaussagen aus dem Umfeld der Familie hätten die Ermittler zu dem jungen Mann geführt.

Im Haus des Hauptverdächtigen sei zudem "ein ganzes Waffenarsenal, darunter auch Kriegswaffen beziehungsweise Stoffe, die zur Herstellung von Sprengstoff dienen können, sowie Munition" aufgefunden worden, hieß es.

Polizei ging von erweitertem Suizid aus

Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass der 21-jährige Sohn vor knapp zwei Wochen seine Eltern und sich selbst erschossen hatte. Ermittlungen zur Herkunft der beiden gefundenen Waffen führten letztlich jedoch zu dem 19-Jährigen, der gemeinsam mit dem getöteten Sohn eine Ausbildung als Büchsenmacher absolvierte.

Die Leichen der 60 Jahre alten Frau und ihres 64 Jahre alten Mannes waren am vorletzten Sonntag im Schlafzimmer im ersten Stock des Hauses gefunden worden. Die Leiche des Sohnes wurde - ebenfalls mit einem Kopfschuss - in dessen Zimmer entdeckt. Eine von zwei Pistolen lag direkt neben ihm. Weder die Eltern noch der Sohn hatten eine waffenrechtliche Erlaubnis.