Drei Terrorverdächtige im Saarland gefasst

Polizei-Einsatz (Symbolfoto)
© dpa, Chris Gossmann, jst sab cul

13. April 2018 - 15:47 Uhr

Verhaftung in Saarlouis

Drei Terrorverdächtige sind im Saarland festgenommen worden. Spezialeinheiten hätten die drei Syrer im Alter von 21, 23 und 27 Jahren am Donnerstag im Raum Saarlouis gefasst, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und das Landespolizeipräsidium Saarland mit. Gegen die drei Männer, die alle in Saarlouis wohnen, wird demnach seit Oktober 2017 umfangreich ermittelt. Die Sicherheitsbehörden haben derzeit aber keine Erkenntnisse, dass sie konkrete Anschlagspläne für Deutschland oder Europa geplant hätten. ​

Keine Erkenntnisse über konkrete Anschlagspläne

Zwei der Männer sollen in Syrien Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen sein. Der dritte soll versucht haben, über das Internet in Deutschland Kämpfer für eine terroristische Vereinigung in Syrien zu gewinnen. Gab es konkrete Anschlagspläne der Männer für Deutschland oder Europa? Dazu hätten die Sicherheitsbehörden derzeit keine Erkenntnisse. Es seien Haftbefehle gegen die drei Syrer erlassen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Nach Angaben des Koblenzer Generalstaatsanwalts Jürgen Brauer haben die Verdächtigen nichts miteinander zu tun. Die Männer, die 2015 als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen waren und Asyl beantragt hatten, seien zufällig in Saarlouis in dieselbe Unterkunft eingewiesen worden. "Es ist nicht so, dass es eine Terrorzelle gab", sagte Brauer. "Wir haben dafür keine Erkenntnisse."

Ermittlungen liefen seit Oktober 2017

Das Standbild eines undatierten Propaganda-Videos, welches von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am 19.05.2017 ins Internet gestellt wurde und über die Associated Press am 10.06.2017 zur Verfügung gestellt wurde,  zeigt IS Kämpfer in Deir ez-Zor
Einer der Verdächtigen wurde in einem Video erkannt (Symbolfoto: Propaganda-Video des sogenannten 'Islamischen Staates')
© dpa, Uncredited, BH CHR

Den entscheidenden Hinweis erhielten die Beamten von einem Mitarbeiter einer Flüchtlingsunterkunft in Rheinland-Pfalz, in der der 23-Jährige einst untergebracht war. Der Mann soll den 23-Jährigen in einem Video erkannt haben, in dem dieser in Kampfuniform mit Handgranaten und diversen Kriegswaffen zu sehen gewesen sei. Von Oktober 2017 an wurde dann gegen ihn und die beiden anderen ermittelt.

Nach Darstellung der Ermittler hatte der 23-Jährige versucht, über das Internet Menschen aus Deutschland als Kämpfer für den syrischen Bürgerkrieg zu rekrutieren. Dabei sei er für die verbotene terroristische Vereinigung Ahrar al-Scham tätig gewesen, die zum salafistischen Spektrum gehöre und in Syrien einen islamischen Staat auf der Grundlage der Scharia gründen wolle. Die 21 und 27 Jahre alten Männer sollen in Syrien IS-Mitglieder gewesen sein - sie seien als islamistische Gefährder eingestuft worden, sagte Brauer.