Polizistin gegen Kopf getreten, Schulter ausgekugelt, Hand gebrochen

Drei Polizisten nach Corona-Demo in Berlin schwer verletzt

Die Polizei drängt die Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen der Bundesregierung vor dem Brandenburger Tor mit Wasserwerfern zurück. Foto: Fabian Sommer/dpa/Aktuell
Die Polizei drängt die Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen der Bundesregierung vor dem Brandenburger Tor mit Wasserwerfern zurück. Foto: Fabian Sommer/dpa/Aktuell
© deutsche presse agentur

18. November 2020 - 22:08 Uhr

Polizistin nahm Helm ab - dann wurde ihr gegen den Kopf getreten

Bei der Demonstration von Corona-Gegner in Berlin sind mehrere Polizeibeamte verletzt worden. Bislang sind der Polizei zehn verletzte Beamte bekannt, drei davon schwer. Darunter sei eine Polizistin, die einen Tritt gegen den Kopf bekommen habe, als sie ihren Helm abnahm, sagte ein Sprecher. Sie sei in ein Krankenhaus gekommen. Einem anderen Kollegen sei die Schulter ausgekugelt worden. Eine weitere Polizistin erlitt einen Bruch der Handknochen.

Berichte über verletzte Demonstranten gibt es keiner

Bei der Berliner Demonstration waren bis zu 2.400 Beamte im Einsatz. Sie setzten auch Wasserwerfer ein. Die Berliner Polizei und die Bundespolizei sei entschieden vorgegangen, ohne rücksichtslos zu sein, urteilte Berlins Oberbürgermeister Michael Müller. Die Wasserwerfer hätten keinen harten Strahl abgegeben, sondern die Demonstranten lediglich nass gemacht. Über verletzte Demonstranten war bis zum Abend nichts bekannt.

7.000 Corona-Gegner auf der Straße - 365 Menschen vorübergehend festgehalten

Bis zum Abend habe die Polizei 365 Menschen vorübergehend festgehalten. Freiheitsbeschränkungen und Freiheitsentziehungen seien häufig wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz erfolgt, twitterte die Polizei am Abend. Es gab aber auch den Verdacht auf Landfriedensbruch. Bei zwei Verdächtigen prüfe ein Richter, ob sie in Untersuchungshaft kommen.

Nach Polizeiangaben waren rund 7.000 Corona-Kritiker am Mittwoch in Berlin zwischen Reichstagsgebäude, Brandenburger Tor und Straße des 17. Juni auf den Straßen. Viele missachteten dabei die Regeln zur Eindämmung der Pandemie. Die Proteste wurden deshalb aufgelöst. Am Abend seien immer noch einzelne Grüppchen unterwegs, sagte ein Sprecher. Die Polizei behalte sie im Auge. 

Quelle: dpa/RTL.de