Drei Krebsfälle in einer Schule: Eltern sind besorgt

Ist diese Schule verseucht?

An einer Schule im brandenburgischen Forst sind drei Kinder an Krebs erkrankt - möglicherweise, weil das Schulgebäude mit einem krebserregenden Gift verseucht ist. Viele Eltern sind jetzt beunruhigt, haben Angst, dass auch ihre Kinder erkranken könnten. Einige wollen ihre Kinder deswegen nicht mehr zur Schule schicken.

Krebs-Schule Forst Brandenburg
An der Grundschule Nordstadt sind drei Schüler an Krebs erkrankt.

Seitdem die Menschen in Forst wissen, dass an der Grundschule Nordstadt drei Schüler der vierten Klasse an Krebs erkrankt sind, wächst die Sorge mit jedem Tag, an dem es keine Erklärung dafür gibt. Auch ein Lehrer und zwei Erzieher sollen inzwischen betroffen sein.

Die betroffenen Eltern haben zwar vor den Osterferien schon einen Brief vom Bürgermeister bekommen, doch nun sind sie verunsichert und in Sorge um ihre Kinder - vor allem, weil seit Jahrzehnten alle in Forst von einer Schadstoffbelastung wissen. "Die Gesundheit der Kinder ist wichtiger als irgendwas anderes und deswegen ist es auch richtig, die Kinder nicht in die Schule zu schicken, bis hier keine klaren Ergebnisse da sind", sagte Bernd Rösicke, Vater einer siebenjährigen Schülerin.

Giftige Altlasten aus DDR-Zeiten?

Schuld an den Krebserkrankungen könnte ein angrenzendes Gebäude sein: In der ehemaligen Reinigung wurde zu DDR-Zeiten der krebserregende Stoff LCKW ins Erdreich abgeleitet. Einen Zusammenhang mit den Erkrankungen schließt das zuständige Regionalschulamt nicht aus. Untersuchungen sollen jetzt Gewissheit bringen.

"Wir denken, dass wir in dieser Woche auch schon eine erste Bewertung abgeben können und wir haben dann bis Ende April hoffentlich ein gesamtes Bild mit den anderen Untersuchungen", sagte Sven Zuber, stellvertretender Bürgermeister von Forst. Die Stadt geht aktuell davon aus, dass sich es sich bei den Krebsfällen um eine unglückliche Häufung handelt, auch weil die erkrankten Kinder an unterschiedlichen Krebsarten leiden.