Drei Bayern-Profis im Finale - doch nur ein Gewinner

Während Luis Gustavo beim Confed Cup überzeugt, ist Dante nur Ergänzungsspieler.
Während Luis Gustavo beim Confed Cup überzeugt, ist Dante nur Ergänzungsspieler.
© Getty Images, Bongarts

01. Juli 2013 - 13:06 Uhr

Der eine nur Joker, der andere nur Trommler, aber der dritte im Bunde wächst über sich hinaus: Mit Javi Martinez, Dante und Luiz Gustavo stehen am Montag drei Bayern-Profis im Confed-Cup-Finale. Was sie vereint, ist ihre Vereinszugehörigkeit – dann hört es aber auch schon auf. Während Gustavo die Überraschung des Turniers ist, dürften seine beiden Kollegen skeptisch auf die WM 2014 blicken.

Als Martinez nach dem Elferkrimi gegen Italien zu den Pressevertretern sprach, leuchteten seine Augen. Nun habe er die Chance, noch einen vierten Titel zu gewinnen, ausgerechnet gegen seine Bayern-Kollegen Gustavo und Dante. "Ich bin bereit. Einmal im Leben im Maracana zu spielen, davon habe ich als Kind geträumt." Das Problem: Es könnte vorerst bei einem Traum bleiben.

Obwohl Martinez mit den Bayern eine überragende Saison gespielt hat, kommt er in der 'Seleccion' nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Gegen Uruguay durfte er die letzte Viertelstunde ran, gegen Nigeria schmorte der Mittelfeldspieler die gesamten 90 Minuten auf der Bank. Beim 10:0-Schützenfest gegen Tahiti war es schwierig, als Abräumer zu glänzen, gegen Italien musste Martinez in der Verlängerung den Mittelstürmer geben. Seine Mutter habe immer gewollt, "dass ich Stürmer werde. Jetzt war ich es, jetzt ist sie endlich zufrieden."

Martinez' Mutter mag zufrieden sein, der 24-Jährige ist es gewiss nicht. Zwar zeigt er solide Leistungen, doch Nationaltrainer Vicente del Bosque vertraut im Mittelfeld lieber seinen alt bewährten Kräften. Mit Blick auf die WM muss befürchtet werden, dass der Bayern-Profi auch im kommenden Sommer nicht an Sergio Busquets vorbeikommt. Was ihm bleibt, ist ein Platz auf der Bank.

Gustavo überzeugt durch taktische Disziplin

Das gleiche Schicksal gilt für Dante. Der Brasilianer gibt als Trommler den Takt in der 'Selecao' an, im Konzert der Großen auf dem Rasen darf er aber nicht mitspielen. Einziger Lichtblick war sein Einsatz beim 4:2 über Italien, als er für den verletzten David Luiz ins Spiel kam und zur Führung traf. Die Fans in Salvador drehten am Rad, die Mitspieler auch – nur Felipe Scolari ließ das offenbar kalt.

Brasiliens Nationaltrainer stellte im Halbfinale gegen Uruguay lieber David Luiz auf, obwohl dessen Nase in allen erdenklichen Farben leuchtete. Dass der Verteidiger vom FC Chelsea trotz eines Nasenbruchs den Vorzug vor Dante erhielt, spricht Bände. Der 26-Jährige gilt als Liebling von Scolari, ist deshalb ebenfalls gesetzt wie Thiago Silva. Dante ist nur Zuschauer, darf auch bei der WM wohl nur den Trommler machen – für ihn eine ehrenvolle Aufgabe: "Bei uns gibt es sehr großen Druck, da ist es wichtig, dass wir ein bisschen Spaß haben und dass wir ein bisschen entspannt sind."

Spaß hat vor allem Gustavo. Vor dem Turnier außerhalb Deutschlands noch weitestgehend unbekannt, hat sich der 25-Jährige in die Herzen von Fans und Experten gespielt. "Die Nummer 17 von Brasilien, wie heißt er noch?", fragte Gerard Houllier, der die Spiele für die FIFA unter taktischen und technischen Gesichtspunkten sichtet und aufarbeitet: "Er hat das gegen Japan hervorragend gemacht", lautete sein Fazit nach dem zweiten Vorrundenspiel des Gastgebers.

Im defensiven Mittelfeld hat Gustavo bisher keine einzige Minute des Confed Cups verpasst. Er spielt seinen Stiefel runter und überrascht die Brasilianer durch seine taktische Disziplin. Ein gewisser Tostao, Weltmeister von 1970 und notorischer Nörgler, brachte es auf den Punkt: Endlich einer, der gut decken könne, schnelle Pässen nach vorne spiele - aber immer schön hinten bleibe. Das haben nicht nur die Experten, sondern auch Scolari erkannt, der mit Gustavo im nächsten Jahr fest planen dürfte. Und so gibt es, egal wie das Finale am Montag auch ausgeht, zumindest einen Gewinner mit Bayern-Hintergrund.