Dreckige Hotspots: Immer mehr illegaler Sperrmüll in unseren Städten

800 Tonnen illegaler Sperrmüll allein in Berlin-Neukölln

In vielen deutschen Großstädten gibt es mittlerweile 'Müll-Hotspots' – also Straßenzüge oder Plätze, auf denen besonders viel Müll abgeladen wird. So zum Beispiel in Bonn, Leipzig oder auch Berlin-Neukölln. RTL-Reporter haben sich jetzt in den Städten umgeschaut. Und erschreckend viele Müllberge gefunden.

800 Tonnen illegaler Sperrmüll! Es ist eine enorme Menge, die die Stadtreinigung in Berlin-Neukölln durchschnittlich im Jahr beseitigen muss. Seine Sachen einfach irgendwo hinzukippen, ist nicht nur rücksichtslos gegenüber Nachbarn und anderen Mitbürgern, sondern auch ein teures Problem für die Städte.

Mehrere Hunderttausend Euro geben sie im Jahr für die Beseitigung von illegalem Sperrmüll aus. Viele Menschen interessiert das aber offenbar nicht. Sie entsorgen alte Matratzen, kaputte Stehlampen, Kühlschränke oder sogar das komplette Bettgestell einfach auf der Straße.

Das Problem wird immer eklatanter. Beispiel Bonn: Hier wurde 2016 fast doppelt so viel Müll abgeladen wie noch im Vorjahr. Auch in Leipzig oder Berlin verkommen manche Straßen zu wahren Müllhalden. Aktuell verstecken immer mehr Menschen ihren Müll beispielsweise bei den ausrangierten Weihnachtsbäumen.

"Das ist traurig"

Das erschwert die Arbeit für die Stadtreinigung. Zwar bekommt diese immer mehr Hinweise, wo wilder Unrat herumliegt. Walter Kwack von der Stadtreinigung Bonn sagt aber: "An manchen Plätzen fahren wir zwei Mal am Tag vorbei und stellen dann fest: Obwohl wir vor fünf Minuten da waren, ist es wieder dreckig. Das ist traurig."

Zwar können Städte Bußgelder von bis zu 5.000 Euro verhängen. Allerdings sind die Behörden in der Nachweispflicht. Die Berlin-Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) erklärt: "Man muss wissen, dass das Ordnungsamt eine Uniformpflicht hat. Das heißt, wir können uns nicht inkognito wie das LKA auf die Lauer legen und auf die Müllverbrecher warten." Es ist also schwer, Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen.

Einfache Regeln für Sperrmüll

Dabei sollte es gar nicht so schwer sein, die recht einfachen Regeln für die Entsorgung von Sperrmüll einzuhalten.

  • Als Sperrmüll gilt alles, das nicht in die graue Tonne passt. Er wird bei der Stadt oder Gemeinde angemeldet und wird dann meist kostenlos abgeholt.
  • Das Rausstellen des Mülls ist dabei am Vorabend oder am Tag der Abholung an leicht begehbaren und ebenen Stellen erlaubt.
  • Die Höchstmenge regelt jede Stadt oder Gemeinde selbst – meist gibt es aber Obergrenzen.
  • Beim Nachbarn darf man keinen Müll hinzustellen.
  • Sperrmüll als Geschenk einfach an die Straße stellen, ist ebenfalls verboten. Auch wenn es eine nette und gut gemeinte Geste ist.