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Dream Team um Michael Jordan: Dieses Team veränderte bei Olympia 1992 die Sportwelt

"Dream Team" um Jordan mischte Olympia auf

Vor 28 Jahren: Dieses Basketball-Team veränderte die Sportwelt

Dream Team
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picture alliance

Von Emmanuel Schneider

1992 war ein Wendepunkt im weltweiten Basketball. Erstmals entsandte das Basketball-Mutterland USA keine College-Spieler zu den Olympischen Spielen (eine neue Regelung des IOC machte es möglich), sondern mit allen Wassern gewaschene NBA-Profis. Die Besten der Besten. Absolute Weltstars vom Schlage eines Michael Jordan oder Earvin „Magic“ Johnson. Das hatte zwei unmittelbaren Folgen: Die Star-Truppe um NBA-Ikone Jordan nahm die Gegner nach allen Regeln der Kunst auseinander – und Fans sowie Popkultur verneigten sich tief vor dieser Truppe. Heute vor 28 Jahren startete das Team in das Olympiaturnier und traf im Verlauf auch auf die deutsche Mannschaft.

Jordan, Johnson und Co. ballern andere Teams aus der Halle

Zum sportlichen Geschehen: Es war schlichtweg nicht fair. Die Begegnungen sahen bisweilen so aus, als träfen Basketballspieler zweier unterschiedlicher Planeten aufeinander. Hier Planet „Normalo“ und da die „Aliens“ vom Planeten „NBA“. Das „Dream Team“, wie die Mannschaft schnell getauft wurde, pflügten sich problemlos durch das olympische Turnier. Jordan und Co. waren DIE Attraktion der Spiele.

„Ich weiß absolut nichts über Angola, ich kenne keinen Spieler, aber ihr könnt ihnen ausrichten – sie haben ein Problem“, prollte Charles Barkley vor dem Auftaktspiel, das am 26. Juli 1992 stattfand … aber er hielt Wort. 68 Punkte Vorsprung sammelte „Team USA“ in 40 Minuten Spielzeit ein. 116:48!

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Dream Team: Das wohl beste Basketball-Team der Geschichte

Im dritten Gruppenspiel fertigte die US-Auswahl auch Deutschland 111:68 ab (Schrempf und Jackel erzielten je 15 Punkte). 43 Punkte Vorsprung – damit lag das DBB-Team genau im Schnitt (Mit 43,8 Punkten Vorsprung gewannen die US-Boys pro Partie). Die Frage war nicht, ob das „Dream Team“ Gold holt, sondern mit wie viel Punkten Abstand.

Unter Experten gilt die Auswahl bis heute als das beste Basketball-Team der Geschichte.
Michael Jordan, Charles Barkley, Larry Bird, Earvin „Magic“ Johnson - einfach alle alten und jungen Stars waren dabei und hatten Bock – all die Stars, die sich in den Playoffs in den USA normalerweise duellierten, spielten auf einmal zusammen. Center-Spieler David Robinson fasste die „Dream Team“-Reise so zusammen: „Es war wie im Basketball-Himmel.“

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Coach Daly: "Als hätte man Elvis und die Beatles vereint"

Dirigent im Himmel war Coach Chuck Daly, der sich weniger um Spieltaktik, sondern vielmehr um Zwischenmenschliches kümmern musste. Daly – ausgerechnet Trainer vom Bulls-Erzrivalen Detroit – lotste Jordan relativ früh ins Team. Die Kaderrekrutierung danach ein Selbstläufer.
Das Trainingslager hielt er im freizügigen und partyaffinen Monaco ab – ganz nach Gusto der NBA-Stars. In der Vorbereitung setzte es eine bittere Niederlage gegen ein junges College-Team, ein Denkzettel! Anschließend rauften sich Stars zusammen. So eine Schmach sollte ihnen nicht nochmal passieren. Daran änderten auch Barkleys legendäre Ausflüge ins katalanische Nachtleben nichts. Er wurde sogar Topscorer des Teams (18 Punkte pro Spiel und damit drei Punkte mehr als Jordan).

"Mit dem Dream Team unterwegs zu sein, war, als hätte man Elvis und die Beatles vereint", sagte Trainer Daly nach dem Turnier über all den Trubel. Fun Fact: Der US-Coach nahm im ganzen Turnier keine einzige Auszeit. Das Finale gegen Kroatien um den späteren Bulls-Spieler Toni Kukoc wurde noch am knappsten. "Nur" 32 Punkte betrug der Unterschied im Endspiel. Eine Chance hatte kein einziger Gegner.

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Als der Basketball die Welt eroberte

Die Geburt des „Dream Team“ ereignete sich zusammen mit dem Aufstieg des Michael Jordan als weltweite Sport- und Popkultur-Ikone. Die NBA etablierte sich als globales Phänomen. Kids auf dem gesamten Planeten wollten so sein wie Jordan, Pippen oder Bird. Die geballte Basketball-Kompetenz löste einen gewaltigen Basketball-Boom aus.

Alle weiteren „Dream Teams“ konnten die Erwartungen nicht mehr erfüllen, auch wenn sie 1996, 2000, 2008, 2012 und 2016 Olympia-Gold holten – den Zauber des ersten Dream Teams erreichten sie nicht. 2004 zogen die Argentinier den Amerikanern und dem Label „Dream Team“ offiziell den Stecker.

Bei der Bezeichnung „Dream Team“ werden für immer Erinnerungen ans Jahr 1992 bleiben und den einzigartigen Sommer in Barcelona: Als der Basketball die Welt endgültig eroberte.