Zu unserem Schutz: Regierung ergreift drastische Maßnahmen

Geschäfte, Spielplätze, Bars schließen - Supermärkte bleiben offen

18. März 2020 - 9:23 Uhr

Coronavirus: Bundesregierung verkündet knallharte Maßnahmen

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Bundesregierung die Richtung vorgegeben und gemeinsam mit den Bundesländern knallharte Maßnahmen verkündet. Demnach werden zahlreiche Geschäfte schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Berlin. Supermärkte und Apotheken bleiben hingegen offen, Restaurants können eingeschränkt öffnen, Gottesdienste sowie Treffen in Vereinen sind verboten, Spielplätze werden gesperrt. Die Maßnahmen sollen ab sofort gelten.

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Deutsche sollen vorerst keinen Urlaub machen

16.03.2020, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Vor der Eingangstüre einer Apotheke hat sich eine Menschenschlange gebildet, weil nur noch jeweils ein Kunde die Apotheke betreten darf. So soll die Ansteckungsgefahr für die Kunden und die Apothekenmitarbei
Apotheken sollen weiterhin offen bleiben.
© dpa, Roland Weihrauch, rwe wst

"Das sind Maßnahmen, die es so in unserem Land noch nicht gegeben hat, aber sie sind notwendig", erklärte Merkel. Für den Publikumsverkehr zu schließen sind demnach unter anderem Gaststätten, Kinos, Theater, Freizeit- und Tierparks sowie Bordelle. Der Sportbetrieb in sämtlichen Einrichtungen werde ebenfalls gestoppt. Die Länder würden die am Montag beschlossenen Maßnahmen nun umsetzen. 

Außerdem sollen die Deutschen keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr unternehmen, so die Kanzlerin. Zudem wird die EU einen Einreisestopp erlassen. Bei den Grenzschließungen handelt es sich nach den Worten der Kanzlerin um befristete Maßnahmen.

Sonntagsverkaufsverbote soll ausgesetzt werden

16.03.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Tische und Stühle vor den Restaurants auf dem Alter Markt sind leer. Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Restaurants sollen künftig frühestens ab 6 Uhr öffnen und spätestens um 18 Uhr schließen.
© dpa, Oliver Berg, obe jai

Folgende Geschäfte sollen geöffnet bleiben:

  • Lebensmittel
  • Wochenmärkte
  • Abhol- und Lieferdienste
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Tankstellen
  • Banken und Sparkassen
  • Poststellen
  • Frisöre
  • Reinigungen
  • Waschsalons
  • Zeitungsverkauf
  • Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte
  • Großhandel

Außerdem werden Sonntagsverkaufsverbote für diese Läden bis auf Weiteres grundsätzlich ausgesetzt.

Auch Spielplätze sollen schließen

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Bundesweit sollen Spielplätze bis auf Weiteres geschlossen bleiben.
© imago images/Westend61, Borislav Zhuykov via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Schließen sollen folgende Einrichtungen:

  • Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen
  • Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen
  • Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks, Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen
  • Prostitutionsstätten, Bordelle
  • der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios
  • Outlet-Center
  • Spielplätze

Restaurants sollen frühestens ab 6 Uhr öffnen und spätestens um 18 Uhr schließen. Dabei sollen auch in Mensen, Speisegaststätten und Hotels Abstandsregelungen für Tische gelten und die Besucherzahl geregelt werden.

Kirchen, Moscheen, Synagogen bleiben zu

Zu den weiteren Empfehlungen gehört auch, dass Dienstleister und Handwerker weiter arbeiten können. Der Beschluss sieht auch vor, dass Übernachtungsangebote im Inland nur noch zu "notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken" genutzt werden sollen.

Auch Treffen von Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie das Angebot öffentlicher und privater Bildungseinrichtungen fallen unter das Verbot. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Treffen anderer Glaubensgemeinschaften sollen ebenfalls verboten werden. Für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und Pflegeheime sollen Besuchsregelungen erlassen werden.