Wegen Corona bleiben die Touristen weg

Dramatischer Wirtschaftseinbruch in der Türkei

Piktogramm mit Währungssymbol und Flagge der Türkei.
Piktogramm mit Währungssymbol und Flagge der Türkei.
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31. August 2020 - 12:20 Uhr

Lira fällt auf Rekordtief

Die türkische Wirtschaft erleidet den heftigsten Einbruch seit mehr als einem Jahrzehnt. Bereits seit Längerem gärt eine Währungskrise, die Lira fällt auf immer neue Rekordtiefs. Durch die Corona-Pandemie bleiben zudem die Touristen fern. Die Zentralbank könnte eingreifen - doch dem steht Präsident Erdogan im Wege.

Präsident Erdogan will keine höhere Zinsen

Die Corona-Krise hat für einen historischen Konjunktureinbruch in der Türkei gesorgt. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 11,0 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt mitteilte. Damit traf die Pandemie das lange Zeit boomende Schwellenland stärker als die deutsche Wirtschaft, die um 9,7 Prozent einbrach.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ging die türkische Wirtschaftsleistung mit 9,9 Prozent so stark zurück wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Ökonomen hatten hier aber mit einem noch deutlicheren Minus von 11,8 Prozent gerechnet.

Das Land leidet unter anderem am Fernbleiben der Touristen. Wegen der Reisebeschränkungen kamen deutlich weniger Urlauber. Der Türkei macht zugleich eine Währungskrise zu schaffen. Eine hohe Inflation, negative Realzinsen, geschröpfte Devisenreserven und die steigende Nachfrage der Türken nach anderen Währungen sorgten für eine kräftige Abwertung der Lira, die in den vergangenen Wochen auf immer neue Rekordtiefs zu Dollar und Euro fiel.

Um die Währung attraktiver zu machen, könnte die Zentralbank die Zinsen erhöhen. Dem steht allerdings Präsident Recep Tayyip Erdogan im Wege. Dieser hat sich wiederholt als "Zinsfeind" bezeichnet. Trotz der Talfahrt der Lira beließ die Zentralbank ihren Leitzins zuletzt bei 8,25 Prozent. Zuvor hatte sie den Zinssatz in einem fast ein Jahr lang währenden Lockerungszyklus von 24 Prozent auf den aktuellen Satz heruntergeschraubt. Damit soll die Konjunktur angekurbelt werden.

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Quelle: Reuters / RTL.de