15-Jähriger befreit Trio aus heftiger Strömung

Zwillinge (8) in Not: Schüler rettet gekenterte Familie aus Fluss

13. August 2020 - 12:48 Uhr

Trio schaffte es nicht mehr eigenständig aus dem kalten Wasser

Es sollte ein gemütlicher Ausflug mit dem Paddelboot werden, doch plötzlich brach das Ruder: Als Vater Johann Stadler (40) mit seinen Zwillingen Ernestine und Konstantin (8) über die bayerische Salzach schipperte, geriet er inmitten des reißenden Gebirgs-Flusses in Not. Der Vater schaffte es nicht mehr selbst aus dem kalten Wasser, konnte seine eigenen Kinder vor den Fluten nicht schützen. Im Video sehen Sie, mit welchem Mut ein 15-jähriger Retter die Familie aus der Strömung befreite.

Zwillinge gerieten in Panik

Bade-Drama in Burghausen bei Passau: Am 14. Juli endete der entspannte Trip auf dem Wasser beinahe in einer Tragödie. "Ich bin ihm unendlich dankbar, ohne ihn hätten wir es nicht aus dem Wasser geschafft", weiß Johann Stadler. Als der 15-jährige Florian Gruber die Familie in den Fluten treiben sah, zögerte er keine Sekunde. "Ich bin so schnell gerannt wie noch nie", erinnert sich der junge Lebensretter.

Vater Johann war fassungslos, als er mit seinen Sprösslingen ins Wasser fiel: "Ich hatte zwei treibende Kinder, das Boot und musste auch auf mich selbst schauen." Töchterchen Ernestine geriet in Panik: "Es war ein Schreck, als wir ins Wasser gefallen sind."

Schüler rannte dem Paddelboot hinterher

Florian Gruber stand gerade auf einer Brücke und aß ein Eis, als das Unglück geschah: "Ich bin parallel am Ufer entlang gerannt, habe dabei noch den Notruf gewählt und die Familie immer im Blick behalten." Vom Fluss aus warf Vater Johann dem jungen Mann die Leine des Paddelboots zu, an dem sich die Kinder mittlerweile festklammerten. Florian zog die Familie aus der Strömung.

Als Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungskräfte inklusive Helikopter eintrafen, standen die Kinder zwar durchnässt, aber wohlauf am Flussufer. "Der Junge hat alles richtig gemacht", lobt Markus Szehr von der Freiwilligen Feuerwehr. Auch die DLRG ist begeistert vom überlebenswichtigen Einsatz des Schülers: "Sich selbst aus den kalten, reißenden Fluten zu retten, ist fast unmöglich", sagt Sprecher Alexander Fendt.

Trost-Teddybären erinnern an Schock-Erlebnis

Nur noch die zwei Trost-Teddybären der Feuerwehr erinnern Ernestine und Konstantin an den Schreck, der sich inzwischen gelegt hat. Die Zwillinge wollen wieder in ein Boot steigen – beim nächsten Mal aber auf ruhigerem Gewässer.