Alle nicht lebensnotwendigen Produktionen werden eingestellt

Hunderte Tote jeden Tag: So dramatisch ist die Corona-Lage in Italien

24. März 2020 - 10:31 Uhr

In Italien sterben so viele Menschen am Coronavirus wie sonst nirgends

Fast 800 Tote am Samstag, rund 650 Tote am Sonntag – in Italien sterben so viele Menschen am neuen Coronavirus, dass in manchen Orten die Krematorien und die Bestatter kaum noch hinterherkommen. Um die Ausbreitung des Virus noch weiter zu verlangsamen, wurde das Land nun noch weiter heruntergefahren. Alle Produktionen, die nicht lebensnotwenig sind, werden vorerst gestoppt.

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Nur noch bestimmte Betriebe dürfen weiterarbeiten

Ministerpräsident Giuseppe Conte spricht von der schwersten Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg. Denn trotz der drastischen Maßnahmen steigt die Zahl der Kranken und Toten weiter. Die Krankenhäuser in den besonders betroffenen Gebieten sind völlig überlastet. Bisher wurden in Italien laut John-Hopkins-Universität 59.138 Infizierte gemeldet, 5.476 Menschen starben an Covid-19 – so viele wie in keinem anderen Land bisher (Stand 23. März, 9:50 Uhr).

Mit den neuen Maßnahmen versucht die italienische Regierung nun, den Kontakt zwischen den Bürgern noch weiter zu reduzieren. Es gibt aber eine lange Liste von Ausnahmen für Berufszweige, die weiterhin normal arbeiten sollen: beispielsweise die Lebensmittel- und Transportbranche sowie die Entsorgungs- oder Energieindustrie. Auch Betriebe aus den Bereichen Medizin, Chemie, Plastik, Tierfutter dürfen weitermachen. Post und Banken sowie ähnliche Dienstleister bleiben ebenfalls geöffnet. Ein Teil der Betriebe, die schließen müssen, erhielt eine Übergangsfrist bis Mittwoch.

Maßnahmen in Italien zeigen erste kleine Erfolge

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es inzwischen aber auch: In Crema, Cremoni und Lodi – also den Regionen, die zuerst abgeriegelt wurden – flacht die Infektionskurve inzwischen ab. Die strengen Ausgangsbeschränkungen scheinen also langsam Wirkung zu zeigen. Man hoffe, dass auch der Anstieg der Gesamtzahlen weniger steil verlaufen werde, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli. Zugleich mahnte er, dass erst die nächsten Tage zeigen würden, ob sich das Virus wirklich langsamer verbreitet.

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