Dramatisch: Hungersnot breitet sich aus

09. Februar 2016 - 14:51 Uhr

Internationale Hilfe bislang unzureichend

Es ist ein langer Kampf und wohl auch noch ein weiter Weg um gegen die Hungersnot am Horn von Afrika anzukämpfen: Denn in Somalia haben die Vereinten Nationen inzwischen in fünf Regionen eine Hungersnot ausgerufen. "Wir fürchten, dass sich diese Situation noch auf andere Landesteile ausweiten wird", sagte der Direktor des Welternährungsprogramms (WFP), Abdou Dieng.

Hungersnot in Somalia.
Die Hunger leidenden Menschen in Somalia sind dringend auf Hilfe angewiesen.
© dpa, red Cross

Doch Wege aus der Misere sieht jetzt die UN. Deren Auffassungen zufolge gibt es Möglichkeiten, sich besser auf künftige Dürrezeiten vorzubereiten. Regierungen vor Ort und die internationale Gemeinschaft müssten mehr in Nahrungsreserven und Wassermanagement investieren, sagte Dieng. Nur mit dem Aufbau von "Sicherheitsnetzen" könne Lebensmittelknappheit verhindert werden.

Als weiteren Schritt im Kampf gegen die Hungersnot kündigte die Afrikanische Union (AU) für den 25. August eine Geberkonferenz an. Eingeladen sind Vertreter aus der Privatwirtschaft, humanitäre Organisationen und AU-Partner. "Die Afrikanische Union hat ihre Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, Ressourcen zu mobilisieren, um umgehend auf die Situation zu antworten und Leben am Horn von Afrika zu retten", hieß es.

Mit der Konferenz in der Hauptstadt Äthiopiens reagiert die AU auf Kritik, die afrikanischen Länder seien angesichts der Krise weitgehend untätig geblieben. Die Staatengemeinschaft hat bisher nur 500.000 Dollar (knapp 350.000 Euro) für die Hungernden gespendet.

Die Hälfte der somalischen Bevölkerung hungert

Insgesamt sind nach UN-Angaben zwölf Millionen Menschen in Ostafrika von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren betroffen. "Bedauerlicherweise spitzt sich die Situation immer noch weiter zu", sagte Marion Aberle von der Deutschen Welthungerhilfe. "Das heißt, dass Leute nicht nur hungern und leiden, sondern auch wirklich Menschen sterben, vor allem Kinder." Die Spendenbereitschaft der Deutschen sei angezogen. "Aber es reicht leider noch nicht ganz aus."

Die Hilfe ist für die Hungerleidenden so wichtig. Rund 3,6 Millionen Somalier, etwa die Hälfte der Bevölkerung des Landes, leiden Hunger. Auch in Teilen Kenias und Äthiopiens ist die Hungersnot groß. Insgesamt sind rund zwölf Millionen Menschen von der schwersten Dürre seit Jahrzehnten am Horn von Afrika betroffen.

Indes steigt die Sterbequote ununterbrochen. Vor allem im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab ist die Lage der völlig ausgezehrten Menschen alarmierend. Allein im Juli seien 40.000 Hungernde angekommen - dies sei die höchste Zahl seit 20 Jahren, teilte das Flüchtlingskomitee UNHCR mit. Täglich kämen durchschnittlich 1.300 weitere verzweifelte Somalier hinzu. Obwohl die Organisation bereits tausende Notunterkünfte aufgebaut habe, seien 45.000 weitere Zelte nötig, um dem Ansturm zu begegnen.

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