Drama vor Italiens Küste: Flüchtlingsschiff treibt führerlos im Mittelmeer

5. Januar 2015 - 13:12 Uhr

Einsatzkräfte an Bord des Schiffs gebracht

Vor der italienischen Mittelmeerküste treibt erneut ein führerloser Frachter mit Hunderten Flüchtlingen an Bord. An Bord des Handelsschiffs 'Ezadeen' sollen sich laut der italienischen Küstenwache 450 Einwanderer befinden. Zurzeit läuft ein Rettungseinsatz der Küstenwache, um eine Tragödie zu verhindern.

Führerloses Flüchtlingsschiff vor Italiens Küste
Der führerlose Frachter 'Ezadeen' soll sich rund 65 Kilometer vor Leuca befinden.

Der unter der Flagge Sierra Leones fahrende Frachter befinde sich vor der Küste der Provinzhauptstadt Crotone in der Region Kalabrien. Laut italienischen Behördenangaben sind die Maschinen des Schiffs ausgefallen. In der Nacht war es der Küstenwache gelungen, Einsatzkräfte an Bord des Frachters zu bringen, um das Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen.

Erst am Vortag waren fast 800 Bootsflüchtlinge auf einem führerlosem Frachter vor Süditalien nur knapp einer Katastrophe entgangen. Das Schiff 'Blue Sky M' mit 768 Migranten an Bord war in der Nacht zum Mittwoch auf die Küste der Region Apulien zugesteuert und konnte von der Küstenwache unter Kontrolle gebracht werden. Nach Medienberichten war der Autopilot an.

Ohne die Intervention der Einsatzkräfte wäre der Frachter auf die apulische Küste geprallt, weil das Schiff sich selbst überlassen war, wie ein Sprecher der Küstenwache sagte. Von der Besatzung fehlte auch dort jede Spur.