18. Januar 2019 - 7:28 Uhr

In Spanien beginnt jetzt die entscheidende Phase der Rettung

Seit Sonntag versuchen Helfer im südspanischen Totalán, den zwei Jahre alten Julen zu retten, der in einen 100 Meter tiefen Brunnenschacht gefallen ist. Die Rettungsarbeiten sind allerdings komplizierter und aufwendiger als zunächst angenommen. Bis die Retter das Kind in der Tiefe erreichen, könnte es noch Tage dauern. Wie es jetzt weitergeht, erklärt Ingenieur Juan Lopez Escobar im Video. Unterdessen gibt es einen Hoffnungsschimmer.

Im Kampf um die Rettung des kleinen Julen zählt jede Minute

Seit mehr als hundert Stunden steckt der Zweijährige tief unten im Schacht fest - eine Qual für Julens Eltern. Die müssen nun erneut einen Rückschlag hinnehmen. Denn bei den Bohrungen - die zunächst ganz gut liefen - kam es zu Problemen. Offenbar war das Schiefergestein für eine horizontale Bohrung nicht geeignet, der Tunnel brach immer wieder ein.

"In den nächsten 24 Stunden soll zwar ein Parallelschacht fertig gestellt werden, aber dieser muss dann noch verbunden werden mit dem originalen Schacht, in dem er steckt", berichtete RTL-Reporterin Pia Schrörs. Das könne Tage dauern, weil das Verbindungsstück von Hand gegraben werden muss. Der Einsatz schwerere Maschinen wäre viel zu gefährlich, um die Verbindung zum Ort, wo Julen feststeckt, zu schaffen.

Jetzt konzentrieren sich die Rettungskräfte auf eine vertikale Variante, berichtet RTL-Reporterin Pia Schrörs. Das ist allerdings wesentlich schwerer, weil sich die Helfer nun senkrecht in die Tiefe abseilen müssen. "Damit sinken die Chancen, das Kind lebend zu finden, erheblich", so Schrörs.

Juan Lopez Escobar, ein an der Rettung beteiligter Ingenieur, erklärte gegenüber RTL, dass die Rettungskräfte so schnell wie möglich arbeiten. Dennoch werden die Bohrungen mindestens noch zwei bis drei Tage dauern. Möglicherweise könne man Julen nicht vor Montag erreichen, erklärten die Retter in einer Pressekonferenz. Mehr dazu im Video.

Julens Eltern und Freunde der Familie reagierten fassungslos und mit Tränen in den Augen auf die Entscheidung der Experten. Doch es gibt noch einen Hoffnungsschimmer.

Experten: Die Erde um Julen herum ist sehr luftdurchlässig

Laut Experten ist die Erde um Julen herum sehr luftdurchlässig, sodass er nicht nur durch den Schacht Sauerstoff bekommt. Heißt: Der Junge kann im Schacht wohl atmen. Daher haben die spanischen Ärzte die Hoffnung, dass das Kind noch lebt. Je mehr Zeit vergeht, desto kritischer wird die Situation allerdings.

"Es ist erstaunlich, wie widerstandsfähig kleine Kinder in solchen Katastrophensituationen sind. Ohne Nahrung kann man ein paar Tage aushalten, auch so ein kleines Kind. Ohne Wasser schon schlechter, so zwei, drei Tage würden noch gehen, aber der Sauerstoffmangel ist wesentlich dramatischer", sagte Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht gegenüber RTL.