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Drama in Glinde bei Hamburg: Jungen (5 und 6 Jahre) sterben nach Sturz in Wasserbecken

10.08.2018, Schleswig-Holstein, Glinde: Rettungskräfte arbeiten auf einem Regenrückhaltebecken eines Hotels. Zwei Kinder sind auf dem Gelände in ein Regenrückhaltebecken gefallen. Retter hätten sie aus dem Wasser geholt und reanimiert, sagte ein Poli
Taucher suchen in dem Wasserbecken nach weiteren Kindern. Zunächst war nicht klar, wie viele in das Becken gefallen sind. © dpa, Daniel Bockwoldt, dbo cul

Eltern feierten während des Unglücks einen Gottesdienst

Nach dem Sturz in ein Regenrückhaltebecken in Glinde bei Hamburg sind zwei Kinder gestorben. Sie waren am Freitag zu dem Teich gelaufen, während ihre Eltern in einem Gottesdienst waren. Die beiden Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren starben wenig später in einem Hamburger Krankenhaus. Nun sucht die Polizei nach der Unglücksursache. Die Ermittlungen führe die Kriminalpolizei in Reinbek, sagte ein Polizeisprecher. Eine wichtige Frage dürfte sein, ob das Wasserbecken ausreichend gesichert war.

Kinder waren den Eltern unter einem Vorwand ausgebüxt

Den Polizeiangaben zufolge hatten die Kinder unter dem Vorwand, auf die Toilette zu müssen, den großen Gottesdienst verlassen. Bald danach seien sie vermisst worden. Bei der Suche habe man sie in dem nahe gelegenen, künstlich angelegten Becken, in dem Regen gesammelt wird, gefunden.

Einer der Ersthelfer, Billy Atabhojie, sagte, eine weinende Frau sei mit den Worten "Mein Kind ist im Wasser!" auf ihn zugekommen. Daraufhin sei er zu dem Teich gelaufen. Ein Kollege, der das erste Kind herausholte, habe ihn gewarnt: "Das Wasser ist gefährlich!" Dann seien sie beide hineingesprungen und hätten versucht, das zweite Kind zu retten

10.08.2018, Schleswig-Holstein, Glinde: Ein Rettungswagen steht auf dem Gelände eines Hotels. Zwei Kinder sind auf dem Gelände in ein Regenrückhaltebecken gefallen. Retter hätten sie aus dem Wasser geholt und reanimiert, sagte ein Polizeisprecher. Fo
Die beiden Kinder wurden nach dem Unfall ins Krankenhaus gefahren, wo sie kurze Zeit später starben. © dpa, Daniel Bockwoldt, dbo cul

​Zunächst waren die beiden Jungen bewusstlos und schwebten in Lebensgefahr. Die Ersthelfer hätten sofort mit Reanimationsmaßnahmen begonnen, sagte ein Polizeisprecher. Trotzdem kam für die beiden Jungs jede Hilfe zu spät.

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Das tödliche Becken war eingezäunt

Das nur wenige Meter lange und breite Becken sei eingezäunt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Wie die Kinder dennoch durch den Zaun gelangen konnten, ist noch unklar. Es seien offenbar mehrere Kinder gewesen, denn nach dem Unglück seien einige von ihnen zurückgelaufen und hätten die Erwachsenen alarmiert. Zwei Taucher der Feuerwehr Hamburg suchten das Gewässer deshalb zunächst nach weiteren Kindern ab. Das Wasser sei am Rande nur etwa einen halben Meter tief, in der Mitte aber zwei Meter, so der Feuerwehrsprecher.

Zwei Frauen, vermutlich die Mütter der verunglückten Kinder, seien kollabiert und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es weiter.

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