'Dr. Steelhammer' knockt 'Kobra' aus

26. April 2015 - 8:00 Uhr

Wladimir Klitschko hat der 'Kobra' den Zahn gezogen: Der Schwergewichtsweltmeister schlug Herausforderer Kubrat Pulev in Hamburg in der 5. Runde k.o. und verteidigte seinen WM-Titel der IBF zum 17. Mal. 'Dr. Steelhammer' schraubte seine Kampfbilanz auf 63 Siege in 66 Kämpfen und feierte den 54. Knockout-Triumph seiner Karriere. Pulev musste im 21. Profikampf die erste Niederlage einstecken. In einem wilden und oft unsauberen Gefecht musste Pulev insgesamt vier Mal zu Boden und ging am Ende schwer k.o.

'Dr. Steelhammer' knockt 'Kobra' aus
Wladimir Klitschko schickte Herausforderer Kubrat Pulev vier Mal auf die Bretter.
© Bongarts/Getty Images, Bongarts

Vor 14.000 Zuschauern in der "O2-World-Arena" zeigte der 38-jährige Ukrainer vom ersten Gongschlag, wer Herr im Ring ist. Mit einem krachenden linken Haken schickte der Champion seinen Herausforderer schon in der Eröffnungsrunde zu Boden. Pulev kam zwar hoch, stand aber auf wackeligen Beinen. Nur wenige Sekunden später ging die 'Kobra' erneut zu Boden. Der 33-Jährige zeigte Nehmerqualitäten und schaffte es, die Runde zu überstehen. Nach einer ereignisarmen 2. Runde schlug in Durchgang 3 wiederum Klitschkos linker Haken voll ein. Pulev fand sich zum dritten Mal auf dem Hosenboden wieder. Der Weltmeister versuchte nachzusetzen, doch der Bulgare zeigte Herz und rettete sich abermals über die Zeit.

Die Entscheidung dann in Runde 5: Nach einem eingesprungenen linken Haken zum Kinnwinkel fiel Pulev wie ein nasser Sack zu Boden und wurde von Ringrichter Tony Weeks ausgezählt.

"Ich möchte diesen Sieg auch den Leuten in der Ukraine widmen", erklärte der Champion nach dem Kampf am RTL-Mikrofon. "Es war heute schwer, die linke Hand zu platzieren, Pulev hat mich gut auf Distanz gehalten. Am Ende hat es aber funktioniert."

Sein Kontrahent zeigte sich als schlechter Verlierer. "Klitschko ist ein guter Gegner, ich denke, er hat heute etwas Glück gehabt. Ich möchte eine Revanche, dann gewinne ich", tönte Pulev, während er seine Schwellungen mit einem großen Eisbeutel kühlte. Danach verließ der Bulgare die Arena schnurstracks in Richtung Hamburger Uni-Klinik. Er erlitt eine Mittelgesichtsfraktur am Jochbein sowie eine schwere Gehirnerschütterung.

Klitschko-Stalker Shannon Briggs, der in Hamburg am Ring saß, zeigte sich vom Knockout-Auftritt des Champions wenig beeindruckt. "Er hätte ihn in der 1. Runde ausknocken müssen. Wladimir hat nur seinen Job gemacht, Pulev hatte halt Angst. So kannst du nicht kämpfen. Ich habe mit einem Arm gegen Vitali gekämpft. Wladimir ist schlechter als sein Bruder."

Der ältere Klitschko schickte dagegen eine klare Ansage an die Schwergewichts-Szene. "Wladimir wird mit jedem Kampf besser. Ich sehe keinen Boxer, der ihn schlagen kann."

Nach seinem insgesamt 24. Sieg im 26. WM-Kampf fehlen Klitschko nur noch drei Siege, um die Marke von 20 Titelverteidigungen des Amerikaners Larry Holmes einzustellen. Auch der Uralt-Rekord von Box-Legende Joe Louis, der seinen Titel zwischen 1937 und 1950 stolze 25 Mal verteidigte, rückt für 'Dr. Steelhammer' so langsam aber sicher in Reichweite.