29. Mai 2019 - 8:48 Uhr

Rummenigge lässt Kovac weiter zappeln

Niko Kovac führt die Bayern nach einer schwierigen Premierensaison zum umjubelten Double. Die Fans der Münchner feiern den Kroaten mit Sprechchören im Berliner Olympiastadion. Doch ein klares Bekenntnis von Karl-Heinz Rummenigge zu Kovac lässt weiter auf sich warten. Bei seiner Bankettrede vergisst Bayerns Clubboss sogar, sich beim Trainer zu bedanken - ob Absicht oder nicht, sei dahingestellt.

Fans feiern Kroaten nach dem Double

25.05.2019, Fussball DFB-Pokalfinale 2019, RB Leipzig - FC Bayern München, im Olympiastadion Berlin, FC Bayern München feiert den Gewinn des DFB Pokal, Trainer Niko Kovac (Bayern München) bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung ***DFL and DFB
Niko Kovac spricht mit dem Megafon direkt zu den Bayern-Fans in der Kurve
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Meisterschaft? Haken dran! Pokal? Haken dran! Niko Kovac hat sein erstes Bayern-Jahr voller Dramen, Rückschläge und Wiederauferstehungen mit dem Double abgeschlossen. Als er nach der 3:0-Finalsause gegen Leipzig das Berliner Olympiastadion verließ, war die Erschöpfung bei ihm förmlich greifbar, aber auch die Erleichterung und der Stolz über das Erreichte. Zuvor hatten ihn die "Niko Kovac"-Rufe aus der Münchner Fankurve sichtlich gerührt. Kovac schnappte sich sogar ein Megafon, um den Fans direkt zu danken.

Auf den "Dank" seines Bosses wartete der seit Monaten unter Druck gesetzte 47-Jährige dagegen vergeblich. Die Frage, ob der Pokalsieg auch ein "klares Ja" für den Trainer gewesen sei, beantwortete Rummenigge in der ARD kryptisch: "Das haben wir eigentlich nie infrage gestellt. Wir  haben nie gesagt, wir stellen irgendwas infrage. Es hat keiner infrage gestellt und es war für uns auch kein Thema, dass er mit seiner Laufzeit bis 2021, die er hat, vorher ganz einfach da nicht mehr Trainer ist." Vor dem Spiel hatte Rummenigge betont, dass man sich "nach der Saison" zusammensetze. Die Zukunft von Kovac entscheide sich "aber nicht im Pokalfinale".

Kein Dank bei der Bankettrede

Ein Fauxpas - ob bewusst oder nicht - unterlief dem Vorstandsvorsitzenden bei seiner Bankettrede nach dem DFB-Pokalsieg. Rummenigge bedankte sich bei der Mannschaft und bei "allen, die daran teilgenommen haben heute und die einen Beitrag dazu geleistet haben". Sogar die Teamärzte Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Roland Schmidt erwähnte er explizit, nur einen Namen ließ Rummenigge aus: den von Niko Kovac.

Allerdings sprach er den Kroaten am Ende seiner Rede direkt an: "Wir werden sicherlich eine wesentlich bessere Party haben als im letzten Jahr, als wir leider Niko den Titel gönnen mussten. Heute Abend, lieber Niko, holen wir das nach mit Bayern München und dem Double."

Im Gegensatz zu Rummenigge stellte sich der bekennende Kovac-Unterstützer Uli Hoeneß hinter den Kroaten. Auf die Frage, ob Kovac Trainer bleibe, antwortete Hoeneß: "Hundertprozentig ja". Die Mannschaft habe sich in jüngster Zeit weiterentwickelt mit dem Trainer, betonte der FCB-Präsident im Bayerischen Fernsehen.

Doch die Sticheleien, das zeigte sich selbst in der Stunde des Triumphes, gehen weiter bei den Münchnern.