Schlimme Bilder aus Dortmund

Überall Kot und Chaos: Tierschützer retten Hunde und Katze aus Messie-Hölle

Die Tiere konnten sich kaum mehr auf den Beinen halten
© Arme Socken e.V.

18. Juli 2020 - 11:13 Uhr

Die Besitzer wohnten schon längst nicht mehr in der Wohnung

Abgemagert bis auf die Knochen, dehydriert und von Fäkalien zerfressen – Polizei und Tierschützer haben zwei Hunde und eine Katze aus einer völlig vermüllten und mit Kot verunreinigten Wohnung in Dortmund gerettet. Das Absurde: Die Tiere wurden offenbar von ihren Besitzern allein gelassen, während die Familie ein paar Stockwerke drüber bei anderen Familienangehörigen wohnte. Mittlerweile befinden sich die Tiere alle in Einzelpflegestellen.

Nachbarn hatten den entscheidenden Hinweis gegeben

Zugekoteter Flur
Die Wohnung war mit Kot übersehen
© Arme Socken e.V.

Nachbarn des Mehrfamilienhauses im Stadtteil Wickede alarmierten Tierschützer des Vereins "Arme Socken e.V.", nachdem sie den völlig abgemagerten Rüden im Hausflur gesehen hatten. Dass sich in der Wohnung aber noch eine Hündin und eine Katze befanden, wusste offenbar niemand. Anne Pyritz (52) vom Verein war beim ersten Eintreffen schockiert: "Die Tiere kamen uns schreiend entgegen!" Zusammen mit der Polizei und dem Veterinäramt konnten die beiden Hunde mitsamt der Katze dann aus der Elends-Wohnung befreit werden.

Hündin musste dreimal in einem Jahr werfen

Abgemagerte Hündin
Womöglich wurden die beiden Hunde nur für die Zucht gehalten
© Arme Socken e.V.

Die Hündin ist ca. zweieinhalb Jahre alt und diente wohl als Gebärmaschine. "Seit Anfang 2019 müssen die Tiere in der Wohnung gelebt haben und seitdem hat die Hündin dreimal geworfen", so Anne Pyritz. Der Rüde ist ca. ein Jahr jünger und war nicht kastriert. "Wir hatten Mühe, den Rüden zu beruhigen. Er wollte ständig decken und das obwohl er in so einem katastrophalen Zustand ist. Aber dieses Verhalten ist bei unkastrierten Rüden eben normal", so Anne Pyritz weiter.

Außer der Wohnung haben die Tiere wohl nicht viel gesehen. "Die kamen auch mal raus, aber wir haben gemerkt, dass die Tiere draußen total verhalten waren und sehr hektisch. Wir können mit den beiden Hunden auch keine großen Strecken laufen. Die Fäkalien in der Wohnung haben sich so sehr in die Haut gefressen, dass die Ballen anschwellen und aufzuplatzen drohen", sagt Anne Pyritz besorgt.

Die Katze traf es am Schlimmsten

Während die beiden Hunde mittlerweile in einem stabilen Zustand sind, hat es die Katze am Schlimmsten getroffen. Anne Pyritz nahm das völlig ausgehungerte und dehydrierte Tier anfangs zur Pflege mit zu sich nach Hause: "Ich habe wirklich schon Vieles gesehen und habe Erfahrung im Tierschutz. Aber das was ich da erlebt habe, entsetzt mich einfach nur! Als die Katze das erste Mal etwas zu Fressen bekommen hat, hat sie nur noch geschlungen! Sie lässt auch keinen mehr an ihren Futternapf ran. Die hätte in der Wohnung keine weiteren zwei Tage überlebt!" Laut des Tierschutzvereins brauchen die Tiere mindestens ein halbes Jahr um überhaupt wieder ein vernünftiges Gewicht zu erlangen.

Weitere Welpen im Haus verteilt

Geretteter Rüde an der Leine
Den Hunden geht es mittlerweile den Umständen entsprechend gut
© Arme Socken e.V.

Die Wohnung der Besitzer befindet sich im ersten Stock des Hauses, gewohnt hat die Familie dort aber nicht mehr. Man hatte sich bei anderen Familienangehörigen im dritten Stock einquartiert. Die Welpen aus den Würfen befinden sich bei den verschiedenen Familienmitgliedern, noch im Haus verteilt. Für Anne Pyritz ein Grund zur Sorge: "Ich habe das Veterinäramt darüber informiert. Ich hoffe, dass dort jetzt verstärkt kontrolliert wird!" Gegen die Besitzer der geretteten Tiere hat die Polizei Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt.