Dortmund kritisiert Land: keine Klarheit im Corona-Umgang

Ullrich Sierau (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild
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28. Februar 2020 - 14:30 Uhr

Die Stadt Dortmund hat das Land NRW für ihr bisheriges Krisenmanagement im Fall des Coronavirus kritisiert. Die Gesundheitsministerien des Landes und auch des Bundes müssten klare Grundlagen an die Hand geben, damit vor Ort besser über mögliche Absagen von Veranstaltungen, Dienstreisen oder Klassenfahrten entschieden werden könne, forderte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) am Freitag. In der drittgrößten NRW-Stadt gebe es zwar bisher nur sechs gemeldete Verdachtsfälle, dennoch sei man bereits im Krisenstabsmodus. Gesundheitsdezernentin Birigt Zoerner mahnte, die Landesregierung solle die landesweite Einrichtung von Krisenstäben anordnen.

Zoerner bemängelte für NRW: "Wir haben noch keine klare Kommunikationsstruktur." Das Land könne gegenüber den Bezirksregierungen die Einrichtung von Krisenstäben anordnen, die das dann wiederum in die Fläche tragen könnten. In Dortmund habe man in zwei der sechs Verdachtsfälle Entwarnung geben können, schilderte der Leiter des Gesundheitsamts, Frank Renken. Auf vier Diagnosen warte man noch, darunter auch für einen Grundschüler. Er gehe davon aus, dass der Schüler nicht erkrankt sei.

Man könne aber nicht darauf setzen, dass Dortmund "die Insel der Glückseligen" sein werde. Quarantäne-Betten in Kliniken würden für schwer Erkrankte freigehalten. Bei unproblematischen Symptomen solle möglichst häusliche Quarantäne greifen, sagte Renken. Ab kommender Woche werde auch das Gesundheitsamt die PCR-Schnelltests zum Nachweis des Virus Sars-CoV-2 durchführen. Hausärzte könnten und sollten diese Tests nicht selbst vornehmen.

Quelle: DPA