Urteil nach Mord an Walter Lübcke

Dorothee Bär platzt wegen AfD der Kragen: „Für mich haben Sie mitgeschossen“

28. Januar 2021 - 19:41 Uhr

Staatsministerin verliert im Bundestag die Beherrschung

In einer Bundestagsdebatte hat CSU-Politikerin Dorothee Bär schwere Vorwürfe gegen die AfD erhoben. Sie warf den Parlamentsmitgliedern der Partei vor, den Boden für eine Tat wie den Mord an Walter Lübcke bereitet zu haben. "Für mich haben Sie mitgeschossen", rief die Staatsministerin aufgebracht ins Mikrofon. Im Video zeigen wir ihren emotionalen Auftritt im Bundestag.

Wutrede auf die AfD im Bundestag

Anlass für die Rede Bärs war die Urteilsverkündung im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke. Der Hauptangeklagte Stephan Ernst, der sich im rechtsextremen Milieu radikalisiert hat, wurde vom Oberlandesgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt.

Dorothee Bär platzte in der Parlamentsdebatte am gleichen Tag der Kragen. Sie warf der AfD eine Mitverantwortung an dem Mord vor, weil die Partei sich nicht klar von Rechtsextremismus und Rassismus abgrenze.

Bär will Demokratie in Deutschland verteidigen

Das sei für sie auch am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust deutlich geworden. Zu diesem Anlass hatte der Bundestag am 27. Januar eine Gedenkstunde abgehalten, zu dem auch Überlebende eingeladen waren.

"Hier sind Holocaust-Überlebende und Sie bringen es nicht fertig, aufzustehen und zu klatschen und zu sagen: Nie wieder", warf Bär den Parlamentsmitgliedern der AfD vor. "Das schaffen Sie einfach nicht." Trotzdem gab die Staatsministerin sich kämpferisch und erklärte, dass es der Partei nicht gelingen werde, die Demokratie in Deutschland zu zerstören.