Alles andere als märchenhaft

Dornröschen-Syndrom: Natalie (21) schläft oft wochenlang am Stück

15. November 2019 - 12:59 Uhr

Studentin wird ständig aus dem Leben gerissen

Wenn Natalie einschläft, wacht sie manchmal wochenlang nicht mehr auf. Die 21-jährige Studentin aus Köln leidet unter dem Dornröschen-Syndrom – medizinisch als Kleine-Levin-Syndrom bezeichnet. Und das ist kein bisschen märchenhaft. Was es für den Alltag der angehenden Lehrerin bedeutet, wenn sie von jetzt auf gleich für Tage und sogar Wochen aus dem Leben gerissen wird, sehen Sie im Video.

Kleine-Levin- oder Dornröschen-Syndrom – was ist das?

Offiziell wird die Schlafkrankheit als Kleine-Levin-Syndrom bezeichnet. Die meisten kennen sie jedoch als Dornröschen-Syndrom, weil Patienten wie die Märchenfigur in lange Schlafphasen fallen, die sogenannten Hypersomnien. Diese Phasen können wenige Tage oder auch mehrere Wochen dauern. Zwar sind Betroffene auch in dieser Zeit immer mal für ein bis zwei Stunden wach – jedoch sind sie währenddessen desorientiert, wirken schlaftrunken und verwirrt. In den Wachphasen der Hypersomnien kann es außerdem zu Heißhungerattacken kommen sowie zu einem erhöhten sexuellen Verlangen oder gesteigerter Aggressivität.

Mediziner fanden heraus, dass die Symptome bei den meisten Dornröschen-Syndrom-Patienten vor dem 20. Lebensjahr auftreten. Dabei ist nicht eindeutig klar, wodurch die Krankheit ausgelöst wird. Bei manchen der untersuchten Fälle ging dem Syndrom eine Infektion voraus, bei wenigen Alkoholkonsum oder ein Schädel-Hirn-Trauma. Forscher vermuten, dass das Dornröschen-Syndrom eine genetische Ursache hat.

Ärzte kennen verschiedene Methoden zur Behandlung der Krankheit. Amphetamine und Lithium haben in manchen Fällen zu einer leichten Verbesserung des Schlafbedürfnisses geführt.