26. Juni 2019 - 7:40 Uhr

Neuregelung soll Spendenbereitschaft erhöhen

Viele Menschen sagen, dass sie Organspende für ein wichtiges Thema halten, dennoch haben nur relativ wenige einen Ausweis. Das soll sich ändern. Heute debattiert der Bundestag erstmals über die geplante Neuregelung und die unterschiedlichen, partei-unabhängigen Initiativen dazu. Erstmals geht es um konkrete Anträge, einen der Großen Koalition und einen aus der Opposition.

Alle Volljährigen als Spender - erstmal

Spahn und Lauterbach
Gesundheitsminister Jens Spahn und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach werben für neue Organspende-Regeln.
© deutsche presse agentur

Eine Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach schlägt eine "doppelte Widerspruchslösung" vor. Demnach sollen alle Volljährigen grundsätzlich als Spender gelten. Man soll dazu aber noch Nein sagen können, sonst wäre - als doppelte Schranke - noch bei Angehörigen nachzufragen.

"Das Spannende ist ja, dass über 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sagen, dass sie Organspende wichtig und richtig finden, aber viel weniger seinen Organspendeausweis auch ausfüllen", so Spahn. Aktuell ist das nur jeder dritte.

Opposition will nach Bereitschaft fragen

ARCHIV - In der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Jena wird am 15.11.2007 bei einer Operation einem Spender eine Niere entnommen, die für eine Transplantation vorgesehen ist. Erst 23 Verdachtsfälle in Göttingen, jetzt 23 neue Verdachtsfälle
In Deutschland werden mehr Organspender gebraucht.
© dpa, Jan-Peter Kasper

Gegen die Initiative stellt sich eine andere Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock und die Linke-Vorsitzende Katja Kipping. Sie schlägt vor, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden.

In einem Online-Register soll man seine Entscheidung für oder gegen eine Spende eintragen und auch ändern können. Außerdem sollen Hausärzte bei Bedarf alle zwei Jahre über Organspenden informieren.

Zahl der Spender zuletzt wieder rückläufig

Die Zahl der Spender war nach langem Abwärtstrend 2018 erstmals wieder spürbar gestiegen - auf 955. Zu Beginn dieses Jahres war nach Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation aber wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Im ersten Quartal 2019 gab es 224 Spender - nach 261 im selben Zeitraum des Vorjahres. Nach bisheriger Rechtslage sind Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärtem Ja erlaubt.