Doppelmord in Brandenburg - traurige Gewissheit nach Obduktion: Elias (6) ist tot

© dpa, Patrick Pleul

26. Juli 2016 - 20:07 Uhr

Vermutung bestätigt

Die am Freitag in einem Kleingarten in Luckenwalde gefundene Leiche ist wie bereits vermutet der sechsjährige Elias. Eine DNA-Analyse und eine Obduktion haben das zweifelsfrei erwiesen. Dies teilte die Polizei und die Staatsanwaltschaft Potsdam bei einer Pressekonferenz mit. Elias kam gewaltsam zu Tode. Zu Ursache, Zeitpunkt und Todesort gibt es noch keine genauen Angaben. Die Ermittler gehen davon aus, dass Elias kurz nach seiner Entführung zu Tode gekommen ist. Der mutmaßliche Mörder des Flüchtlingsjungen Mohamed hatte nach seiner Festnahme gestanden, auch Elias aus Potsdam entführt und getötet zu haben.

Das Wohnhaus des Tatverdächtigen war am Samstag nach Hinweisen durchsucht worden. In dem Haus hatte der Mann nach seiner Aussage Mohamed missbraucht, mit einem Gürtel erdrosselt und die Leiche auf dem Dachboden versteckt. Bei Durchsuchungen im Schrebergarten des mutmaßlichen Doppelmörders hat die Polizei keine weiteren Leichen gefunden. Das hatte die Polizei bereits vor der Pressekonferenz bekannt gegeben. Ein Bagger habe das Grundstück im brandenburgischen Luckenwalde komplett umgegraben.""Es kann ausgeschlossen werden, dass dort noch etwas zu finden ist", sagte ein Sprecher.

Keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Verschwinden der kleinen Inga

Doppelmord in Brandenburg - traurige Gewissheit nach Obduktion: Elias (6) ist tot
Spurensicherung in Luckenwalde
© dpa, Patrick Pleul

Elias war Anfang Juli in Potsdam verschwunden, Mohamed am 1. Oktober vor dem für Flüchtlinge zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin. Fahndungsfotos brachten nach wochenlangen Ermittlungen schließlich den Durchbruch für die Polizei. Zu dem Mord an Elias machte der mutmaßliche Täter bislang keine näheren Angaben. Nach einer ersten Vernehmung hatte er angegeben, vorerst nichts mehr sagen zu wollen. Derzeit sitzt er in Berlin in Untersuchungshaft.

Wegen des Mordes an Mohamed liegt bereits ein Haftbefehl gegen ihn vor. Im Laufe der kommenden Woche soll das gesamte Verfahren nach Brandenburg verlagert werden. Der Verdächtige wird dann dort in die Untersuchungshaft gebracht.

Der Vater beschrieb seinen 32 Jahre alten Sohn als "Einzelgänger", wie die 'Bild am Sonntag' berichtete. Als Wachmann habe er immer die ganze Nacht gearbeitet, "dann haben wir gefrühstückt, dann hat er sich hingelegt und nach dem Abendessen ist er wieder los zur Arbeit gefahren. Wir wussten nur, dass er da ist, wenn sein Transporter vor der Tür stand. Alles war gut."

Nach Informationen von 'Bild' und 'B.Z.' gehen Ermittler ebenfalls der Frage nach, ob der Tatverdächtige sich an der großen Such-Aktion von freiwilligen Helfern kurz nach dem Verschwinden von Elias beteiligt haben könnte. Ein Polizeisprecher bestätigte dies nicht. In beiden Fällen gehen die Ermittlungen weiter. Die Polizei will unter anderem klären, ob ein Bezug zum Verschwinden der fünfjährigen Inga Anfang Mai in Stendal in Sachsen-Anhalt bestehen könnte. Bisher gibt es darauf keine Hinweise.