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Doppelmord auf dem Pferdehof: Mann tötete Frauen heimtückisch und aus Habgier - lebenslange Haft

Doppelmord auf dem Pferdehof: Mann tötete Frauen heimtückisch und aus Habgier - lebenslange Haft

Lebenslang trotz fehlender Beweise

Vor rund einem Jahr tötet ein 29-Jähriger zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale bei Kiel. Heute verurteilte das Kieler Landgericht ihn zu lebenslanger Haft. Das entspricht dem Strafmaß, das Staatsanwalt und Nebenklage gefordert hatten.

Polizeiabsperrung auf Pferdehof
Spezialisten der Polizei untersuchen am 19.11.2014 hinter einer Polizeiabsperrung im Dorf Haale (Schleswig-Holstein) den Pferdehof.
dpa, Wolfgang Runge

Der Automechaniker tötete demnach die beiden Frauen im Streit um 7.900 Euro kaltblütig aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat. Der Mann war hochverschuldet. Der Prozess war besonders spannend, weil es keine konkreten Beweise gegen den Angeklagten gab. Das Gericht fällte das Urteil auf Basis von Indizien.

Am 18. November 2014 hat der Verurteilte zunächst die 57-jährige Hofbesitzerin im Pferdestall erschossen, das wertete das Gericht nun als Mord aus Habgier - es ging um die Abwicklung eines Gebrauchtwagen-Kaufs. Er hatte der Frau einen gebrauchten Transporter verkauft, diesen aber nie geliefert und auch das Geld nicht zurückgezahlt. Als die 83 Jahre alte Mutter hinzueilte, durchtrennte er ihr heimtückisch die Kehle und erschoss auch sie. Das deutete das Gericht nun als Mord zur Verdeckung einer Straftat.

Der Mann wurde außerdem wegen Brandstiftung verurteilt, weil er die Leichen anschließend mit Heu und Benzin bedeckte und anzündete. Ein Autofahrer hatte den Brand bemerkt und die Feuerwehr verständigt, die dann die Leichen fand.

Die Verteidigung forderte Freispruch und kündigte nun Revision an. Der Angeklagte hatte vor Gericht geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft sah seine Schuld aufgrund der Indizien aber als erwiesen an: "Der Angeklagte ist der Mörder, daran gibt es nach der Beweisaufnahme keine vernünftigen Zweifel", sagte der Staatsanwalt zuvor.

Die 57-Jährige hatte nach Auffassung des Gerichts am 18. November 2014 die 7.900 Euro zurückverlangt, nachdem der Automechaniker zuvor immer neue Ausflüchte geliefert hatte. Am Tag der Tat riss der Frau scheinbar der Geduldsfaden, wie die Beweisaufnahme ergab. Der Täter ging nach Überzeugung des Gerichts kaltblütig und hinterhältig vor: Er schoss zunächst der Hofbesitzerin im Pferdestall in den Rücken, dann der am Boden liegenden Frau durch den Hals.

Der Mann hatte der Polizei gesagt, er habe noch kurz vor der Tat auf dem Hof einen Anhänger repariert. Als er weg fuhr, hätten beide Frauen aber noch gelebt. Er berichtet auch von dem Streit, bei dem es um den Verkauf eines Gebrauchtwagens ging. Die Frauen hätten immer neue Wünsche geäußert. 2.500 Euro der knapp 8.000 Euro, die er für einen Gebrauchtwagen erhielt, will er bereits zurückgezahlt haben. Eine Quittung dafür konnte er aber nicht vorlegen.