Doping! Manuel Charrs WM-Kampf im Schwergewicht ist geplatzt

Manuel Charr ist bei einer Doping-Kontrolle mit Steroiden erwischt worden
Manuel Charr ist bei einer Doping-Kontrolle mit Steroiden erwischt worden
© imago/osnapix, osnapix / Hirnschal, imago sportfotodienst

20. September 2018 - 15:22 Uhr

Charr mit anabolen Steroiden erwischt

Manuel Charrs Kampf um die WBA-WM im Schwergewicht am 29. September in der Kölner Lanxess Arena gegen Fres Oquendo aus den USA ist geplatzt. Der "Koloss von Köln" wurde bei einer Doping-Kontrolle der VADA (Voluntary Anti-Doping Association) mit den anabolen Steroiden Epitrenbolon und Drostanolon erwischt.

Experte: "Hardcore-Doping"

"Das ist absolutes Hardcore-Doping. Bei Boxern steht dabei die Steigerung der Muskelkraft im Vordergrund", sagte Doping-Experte Fritz Sörgel der "Bild". Charr äußerte sich im Kölner "Express": "Ich bin von der Nachricht total geschockt und weine nur noch." Er habe "noch nie irgendwas genommen", beteuerte der Schwergewichtler.

45-jähriger Box-Opa Oquendo wird sich schwarz ärgern

Charr hatte Ende 2017 gegen den Russen Alexander Ustinov den sogenannten "regulären" WM-Titel des WBA gewonnen ("Superchampion" des Verbandes ist Wladimirs Klitschko Bezwinger Anthony Joshua). Obwohl Boxkenner diesen Titel als wertlos einstufen, erklärte sich Charr nach dem Erfolg prompt zum ersten deutschen Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling 1930. Tage später kam allerdings heraus, dass der gebürtige Libanese keinen deutschen Pass hat.

In den Hintern beißen wird sich Oquendo. Der 45-jährige Herausforderer hatte sich seine WM-Chance vor Gerichten "geduldig" erklagt, obwohl "Fast Fres" seit fast fünf Jahren nicht mehr im Ring stand.

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WBA-Titel dürfte futsch sein

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© imago/Marianne Müller, Marianne Mueller, imago sportfotodienst

Seinen WBA-Titel dürfte Charr nach der positiven Doping-Probe verlieren. "Meiner Meinung nach wird die WBA Manuel den Gürtel aberkennen", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer, dem SID. Dem Australier Lucas Browne hatte der Verband im März 2016 nach einem positiven Befund den Gürtel aberkannt. Browne kassierte zudem eine Sperre von einem halben Jahr.