Donezk: 'Femen'-Aktivistinnen von Rinat-Leuten verschleppt?

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16. Juni 2012 - 14:34 Uhr

Einer Aktivistin sei ins Gesicht geschlagen worden

Sie wollten bei der Fußball-Europameisterschaft für Aufsehen sorgen und mit ihren Nackt-Protesten auf den Sextourismus während dem Turnier in der Ukraine aufmerksam machen – die jungen Frauen der radikalen ukrainischen Protestgruppe 'Femen'. Nun werden seit gestern drei Mitglieder der Gruppe vermisst und sind angeblich im EM-Spielort Donezk verschleppt und erst nach stundenlangem Verhör freigelassen worden. Eine Aktivistin sei ins Gesicht geschlagen worden, berichteten die Feministinnen auf ihrer Internetseite.

Mitten in der Nacht seien die Frauen dann zum Bahnhof des EM-Spielorts Donezk gebracht worden. Sie hatten eine Protestaktion während des Spiels Ukraine - Frankreich (0:2) geplant, waren aber schon kurz nach ihrer Ankunft überwacht worden und schließlich verschwunden.

Rinats Sicherheitsleute werden beschuldigt

Der Bericht soll nahelegen, dass es sich bei den Entführern um Sicherheitsleute von Milliardär Rinat Achmetow handelt, dem einflussreichsten Mann in dem Gebiet an der Grenze zu Russland. "(Präsident Victor) Janukowitsch interessiert uns einen Scheiß, wir bewachen Rinat", habe einer der Männer gesagt, schrieb Femen.

Die Gruppe, die mit Oben-Ohne-Protesten jüngst auch in Hamburg für Aufsehen gesorgt hatte, klagte über Dauerüberwachung. Ihre Telefone würden abgehört. Nach Ansicht von Femen führt die Fußball-Europameisterschaft in der Ex-Sowjetrepublik zu einem Anstieg von Sextourismus, Menschenhandel und Prostitution.