"Make America fashionable again"

Donald Trump wirbt für Louis Vuitton - Mitarbeiter laufen Sturm

"Make America fashionable again": Donald Trump wirbt für Louis Vuitton - Mitarbeiter laufen Sturm
© REUTERS, Jonathan Ernst, JE/CRH

09. Dezember 2019 - 17:16 Uhr

Louis-Vuitton-Kreativdirektor nennt Donald Trump einen "Witz"

Das war's wohl mit "Made in France": Die französische Luxusmarke Louis Vuitton produziert seit Mitte Oktober auch im US-Bundesstaat Texas. An der feierlichen Eröffnungszeremonie nahm kein Geringerer als US-Präsident Donald Trump teil – und das ging einigen Mitarbeitern so richtig gegen den Strich. Der Kreativdirektor des weltberühmten Luxus-Labels schoss auf Instagram mit scharfen Worten gegen Trump – und warf ihm Schwulenfeindlichkeit vor.

"Trump ist ein Witz": Louis-Vuitton-Designer postet gegen US-Präsidenten

Der gemeinsame Auftritt des US-Präsidenten mit Bernard Arnault, Chef des Louis-Vuitton-Mutterkonzerns LVMH, in der neuen Produktionsstätte in Johnson Country wird zurzeit hitzig diskutiert. Auch in den eigenen Reihen: Auf Instagram postete Louis-Vuitton-Kreativdirektor Nicolas Ghesquière – der sich für die LGBTQ-Community stark macht – das Cover des Songs "High Energy" von Evelyn Thomas. Der Song war ein populärer Hit in der homosexuellen Club-Szene der 1980er Jahre.

Dazu schrieb er: "Ich widersetze mich jeder Form politischen Handelns. Ich bin Modedesigner und lehne diese Assoziierung [unserer Marke mit Trumps Politik] ab." Um seinem Ärger noch mehr Ausdruck zu verleihen, fügte er die Hashtags #trumpisajoke, also "Trump ist ein Witz", und #homophobia, "Homophobie", hinzu.

Von seinen Followern, aber auch von anderen Mitarbeitern gab es viel Zuspruch, wie die "New York Times" berichtet. Aller Kritik zum Trotz, zeigte sich der Chef des Nobelkonzerns geehrt von Trumps Besuch: "Ich bin nicht hier, um seine Politik zu beurteilen. Ich habe keine politische Rolle, ich bin nur eine Business-Person", so Bernard Arnault im Gespräch mit der New York Times.

Donald Trump scherzt: Louis Vuitton habe ihn sehr viel Geld gekostet

Die Kritik dürfte Trump selbst herzlich wenig interessieren. Ihm geht es vor allem um Arbeitsplätze – und die schafft Louis Vuitton mit dem neuen Standort in Texas allemal. Dazu hat sich das französische Nobelunternehmen der Initiative "Pledge to America's Workers" angeschlossen, die mehr Stellen in den USA schaffen soll. Im Gegenzug erhält die Luxusmarke Steuer-Vorteile. Außerdem wurden der Ausbau einer Zufahrtsstraße zur Fabrik sowie andere Infrastrukturmaßnahmen mit einer Million US-Dollar aus öffentlicher Hand unterstützt.

In seiner Eröffnungsrede scherzte Trump, die Marke Louis Vuitton sei ihm natürlich bekannt, denn: "Sie hat mich über die Jahre sehr viel Geld gekostet."

mo