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Donald Trump: "Wir werden einen großartigen Job machen."

Niederlage dürfte das Ende von Clintons politischer Karriere bedeuten

Es ist ein politisches Erdbeben. Donald Trump gewinnt nach einer stundenlangen Zitterpartie überraschend die Präsidentschaftswahl in den USA. Das Rennen war so knapp, dass Clintons Leute lange zögerten, bis sie den Sieg Trumps anerkannten.

U.S. President-elect Donald Trump greets supporters during his election night rally in Manhattan, New York, U.S., November 9, 2016.   REUTERS/Mike Segar
Trump wird am 20. Januar als der 45. Präsident in das Weiße Haus einziehen © REUTERS, MIKE SEGAR, MSF

Dem Außenseiter Trump gelang die Sensation: Der umstrittene Republikaner hat überraschend und entgegen der allermeisten Umfragen die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen. Um drei Uhr nachts, nachdem Hillary Clinton in einem Telefonat mit Trump ihre Niederlage eingeräumt hatte, trat der Wahlsieger vor sein Wahlkampfteam und vor die Kameras: "Es ist Zeit, die Wunden zu heilen"  

Erstaunlich versöhnliche Worte des Mannes, der in der deutschen Presse wegen seiner polternden Art gern als 'Trumpeltier' geschmäht wurde. "Ich werde euch nicht im Stich lassen", versprach der Multimilliardär den US-Amerikanern. Der politische Autodidakt, der noch nie ein Amt im Politzirkel bekleidet hat, gab sich zuverlässig, die Staatsgeschäft in den Griff zu bekommen: "Wir werden einen großartigen Job machen."

Clinton verzichtete zuerst auf eine Rede vor den Demokraten, holte dies aber mit einiger Verspätung nach. Gefasst gab sie die faire Verliererin, die forderte, ihrem Widersacher eine Chance zu geben. Auch Präsident Barack Obama ließ durchblicken, dass Donald Trump nicht sein Wunschkandidat war, gab sich aber konstruktiv: "Wir hoffen jetzt alle, dass er Erfolg dabei hat, unser Land zu einen und zu führen."

Als einer der ersten Staatschefs weltweit gratulierte Russlands Präsident Wladimir Putin dem Wahlsieger Donald Trump.. Er hoffe, dass es ihnen gemeinsam gelingen werde, die russisch-amerikanischen Beziehungen aus der Krise zu holen, schrieb er in einem Telegramm. Ein konstruktiver Dialog sei im Interesse beider Länder und der Weltgemeinschaft. 

"Wir haben nicht einen Wahlkampf gemacht, sondern eher eine unglaubliche, großartige Bewegung in Gang gesetzt", sagte Trump in New York. Er habe sein Berufsleben lang als Geschäftsmann nach ungehobenen Potenzialen gesucht - das wolle er auch jetzt als Präsident tun. Trump wiederholte eine Reihe seiner Wahlversprechen. Die Infrastruktur solle wieder aufgebaut, Arbeitsplätze zurück in die USA geholt werden. Den Veteranen werde es besser gehen. Er habe einen "großartigen" ökonomischen Plan für das Land. Der Weltgemeinde bot er eine faire Zusammenarbeit an. "Wir werden großartige Beziehungen pflegen", sagte er. Es müsse aber gesagt werden, dass Amerika zuerst komme. Er werde dafür sorgen, dass sich das Wirtschaftswachstum der USA verdoppele und sein Land die stärkste Wirtschaft aller Nationen habe.

Der Milliardär wird am 20. Januar als der 45. Präsident in das Weiße Haus einziehen. Er kann beim Regieren auf die Mehrheit seiner Republikaner im US-Kongress setzen und mögliche entscheidende Vorhaben umsetzen. Die Konservativen verteidigten ihre Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus. 

Die Wahlnacht war über Stunden eine extreme Zitterpartie. Der Unternehmer konnte die besonders umkämpften Staaten Florida, North Carolina, Ohio und Wisconsin für sich entscheiden. Clinton gewann von den sogenannten Swing States (Wechselwählerstaaten) lediglich Nevada, Virginia und Colorado. Ihre Niederlage dürfte das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten. Vor allem in mehreren Bundesstaaten im sogenannten Rostgürtel der USA, einer einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung geprägten Industrieregion, konnte die Demokratin nicht überzeugen.

Trump ist ein politischer Quereinsteiger

Trump hatte mit populistischen Parolen Wahlkampf gemacht. Er wetterte immer wieder gegen Einwanderung, internationale Handelsabkommen und Globalisierung und machte diese für den Verlust von Arbeitsplätzen in den USA verantwortlich. Seine Stimmungsmache verfing offensichtlich stärker, als es Meinungsforscher vorausgesehen hatten. Die Märkte reagierten auf Trumps Wahlsieg mit starken Kursschwankungen.

Der 70-Jährige Trump ist ein politischer Quereinsteiger, ein Amt hatte er nie inne. Seine Qualifikation begründete er in der Vergangenheit auch mit seinen Leistungen als Unternehmer. Die aber sind keineswegs so glorreich, wie er immer wieder behauptet. Innerhalb von 18 Jahren meldeten vier Firmen aus seinem Kasino-Imperium Insolvenz an. Trump ist zum dritten Mal verheiratet und hat fünf Kinder.

Beide Kandidaten hatten sich in den vergangenen Wochen erbitterte Auseinandersetzungen geliefert. Der Wahlkampf gilt als einer der härtesten und schmutzigsten der amerikanischen Geschichte. Er war geprägt von persönlichen Beleidigungen und Schmähungen. Ein Ringen um politisch attraktivere Positionen gab es nicht. Fakten und Inhalte spielten kaum eine Rolle.

Noch nie in der Geschichte der US-Wahlen waren zwei Kandidaten gleichermaßen so unbeliebt: Trump wegen seiner Art und seiner Ausfälle, Clinton wegen ihrer Skandale und ihrer Nähe zum bestehenden System.

Wahlberechtigt waren etwa 219 Millionen Menschen. Voraussetzung war, dass sich ein Wähler registrieren ließ und nicht von der Wahl ausgeschlossen wurde - beispielsweise wegen einer kriminellen Vergangenheit. Die Wahlmänner wählen im Dezember stellvertretend für das amerikanische Volk den Präsidenten.

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