3. April 2019 - 6:14 Uhr

Neue Attacke gegen sein angebliches Vaterland

70 Jahre Nato, viele Jahre Ärger der USA über die Zahlungsbereitschaft des Bündnispartners Deutschland. Einen Tag vor den Nato-Jubiläumsfeierlichkeiten in Washington hat Donald Trump eine neue Attacke im Streit um die Verteidigungsausgaben angesetzt. "Ich habe große Gefühle für Deutschland, aber sie zahlen nicht, was sie zahlen müssen", erklärte er bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im Weißen Haus in Washington. Dabei legte er seine deutschen Wurzeln offen, nur nicht den Fakten entsprechend.

Donald Trump behauptet, sein Vater sei Deutscher gewesen

Der Republikaner erklärte in diesem Zusammenhang, dass sein Vater Deutscher gewesen sei. Das stimmt allerdings nicht: Sein Großvater stammte aus Deutschland, sein Vater dagegen wurde in New York geboren. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump mit dieser Behauptung auffällt.

Die USA zahlten einen großen Anteil an den Verteidigungsausgaben der Nato, das sei "sehr unfair", so der US-Präsident. Trump beklagt seit langem eine unfaire Lastenteilung in der Nato und attackiert dabei vor allem Deutschland immer wieder wegen des vergleichsweise niedrigen Anteils seiner Verteidigungsausgaben am Staatsetat. Nach dem jüngsten Nato-Jahresbericht lagen die deutschen Ausgaben im vergangenen Jahr bei 1,23 Prozent. Es fehlt ein zweistelliger Milliardenbetrag um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen.

„Beim Export Weltmeister, bei der Verteidigung Kreisklasse“

RTL-USA-Korrespondent Peter Kleim beurteilt die Kritik Trumps im Video: "Wo Donald Trump Recht hat, hat er Recht". Deutschland profitiere stark, trage aber finanziell wenig bei. "Beim Export Weltmeister, bei der Verteidigung Kreisklasse", so Kleim weiter. Seine ganze Bewertung der Lage sehen Sie im Video.

Erst feiern, dann streiten

Am Mittwochabend (Ortszeit) ist ein festlicher Empfang zum Nato-Jubiläum geplant. Als Vertreter Deutschlands reist Außenminister Heiko Maas zum feierlichen Treffen. Der Streit über die Verteidigungsausgaben soll dann am Jubiläumstag, Donnerstag dem 4. April, Thema sein. Außerdem soll es um die Spannungen mit Russland sowie den Afghanistaneinsatz gehen.