Donald Trump verkleinert berühmte Naturschutzgebiete in Utah drastisch – zum Wandern und Jagen?

5. Dezember 2017 - 17:39 Uhr

5.000 Quadratmeter sind nicht mehr geschützt

Ureinwohner und Naturschützer sind entsetzt: US-Präsident Donald Trump hat zwei Naturschutzgebiete im Bundesstaat Utah um mehr als 5.000 Quadratkilometer verkleinert. Er wolle den Menschen vor Ort wieder die Möglichkeit geben, dort zu jagen und zu wandern, erklärte er seine Entscheidung. Es könnte aber um sehr viel mehr gehen.

Trump: Menschen in Utah wissen, was gut für ihr Land ist

Betroffen von Trumps Entscheidung ist das National Monument 'Bears Ears', das rund 85 Prozent seiner Ausdehnung verlieren wird, und das Gebiet 'Grand Staircase - Escalante', das etwa um 50 Prozent schrumpfen muss. Trump erklärte, die Menschen vor Ort wüssten viel besser, was gut für ihr Land sei. Bürokraten im weit entfernten Washington könnten das nicht entscheiden. In Utah ist die Mehrheit der Bevölkerung streng religiös und wählt republikanisch.

Jetzt, wo die Gebiete nicht mehr unter Schutz stehen, wäre auch Bergbau, Fracking oder die Suche nach Bodenschätzen in der Region möglich. Eine wirtschaftliche Ausbeutung hätte erheblichen Einfluss auf die Umwelt und die Landschaft, warnen Umweltschützer. Die Gebiete in Utah gehören zu den eindrucksvollsten Gegenden der USA. Die atemberaubenden Landschaften, die jetzt auf dem Spiel stehen könnten, sehen Sie im Video.

Naturschützer und Navajo-Stammesangehörige sind entsetzt

'Bears Ears' Nationalpark in Utah
Der 'Bears Ears'-Nationalpark in Utah schrumpft nach Donald Trumps Entscheidung um 85 Prozent.
© imago/ZUMA Press, Bob Wick, imago stock&people

Naturschützer befürchten, Utah könnte erst der Anfang sein. Trump will bundesweit insgesamt 27 Naturschutzgebiete überprüfen lassen und möglicherweise ebenfalls verkleinern. Viele davon hatte erst sein Amtsvorgänger Barack Obama unter Schutz stellen lassen, um Umweltverschmutzung und Ausbeutung von Bodenschätzen zu verhindern.

"Wir dürfen dieser Regierung nicht erlauben, den Schutz zurückzufahren, der über ein Jahrhundert aufgebaut wurde", erklärten führende demokratische Politiker in einer gemeinsamen Mitteilung. Und auch bei anderen regt sich Protest. Die Stämme der Navajo, einer der größten indigenen Volksgruppen der USA, überlegen, ob sie gegen Trumps Entscheidung klagen wollen. Sie fürchten, dass ihre heiligen Stätten nun in Gefahr sein könnten.