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Donald Trump verhängt Milliarden-Zölle gegen chinesische Importe

Donald Trump verhängt Milliarden-Zölle gegen chinesische Importe

Zölle von 200 Milliarden Dollar

Das ist sein bislang größter Schlag im Handelsstreit: US-Präsident Donald Trump hat die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Sonderzöllen belegt. Insgesamt sollen damit Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar (171 Milliarden Euro) verhängt werden, kündigte das Weiße Haus an.

"Wenn andere Länder keinen fairen Handel treiben, werden sie mit Zöllen belegt"

Trumps Ankündigung, Chinas Waren mit Strafzöllen zu belegen, gilt als die zweite Etappe im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg
Trumps Ankündigung, Chinas Waren mit Strafzöllen zu belegen, gilt als die zweite Etappe im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg
iStockphoto

Die neuen Zölle werden zunächst zehn Prozent betragen, ab Beginn des Jahres 2019 sollen 25 Prozent erhoben werden, hieß es aus Washington. Die Tür für Gespräche bleibe jedoch weiterhin offen. Einige Produktgruppen, darunter Smart Watches von Apple, Bluetooth-Artikel sowie Hochstühle und Autositze für Kinder sollen ausgenommen werden.

Sollte China mit Gegenmaßnahmen gegen die US-Landwirtschaft oder andere Industriezweige antworten, würde die US-Regierung eine weitere Phase - die dann dritte - einläuten, sagte Trump der Mitteilung zufolge. Dann würden noch weitere 267 Milliarden Warenimporte aus China mit Extrazöllen belegt. "Wenn andere Länder keinen fairen Handel treiben, werden sie mit Zöllen belegt", twitterte Trump. Negativeffekte für die USA seien bisher kaum messbar.

Auswirkungen auf europäische Firmen

Die Europäische Handelskammer in Peking schlug am Dienstag Alarm: "Die Auswirkungen des Handelskriegs auf europäische Firmen in China sind erheblich und überwiegend negativ", sagte Mats Harborn, Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking, anlässlich der Präsentation eines neuen Positionspapiers.

Laut einer Umfrage bei in China tätigen EU-Firmen führe der Konflikt zu "erheblichen Störungen der globalen Lieferketten". Der Handelsstreit habe ernsthafte Folgen für Unternehmen, die weder chinesisch noch amerikanisch sind. Etwa die Hälfte der befragten Mitglieder gab demnach an, negative Auswirkungen durch den Streit zu fürchten.

Seit Mitte des Jahres sind europäische Unternehmen direkt von Trumps Handelsprovokationen betroffen. Nachdem der US-Präsident Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängt hatte, kündigte die EU Vergeltungszölle an.

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USA exportiert Waren im Wert von 130 Milliarden nach China

Beide Länder haben sich bereits gegenseitig mit Strafzöllen auf Waren im Wert von jeweils rund 50 Milliarden US-Dollar überzogen. Peking hatte bereits "Gegenmaßnahmen" angekündigt, möglicherweise in Form von zusätzlichen Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar. Die Möglichkeiten Chinas, mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA Vergeltung zu üben, sind jedoch begrenzt: Die USA führen lediglich Waren im Wert von 130 Milliarden US-Dollar nach China aus.

Beobachter wiesen jedoch daraufhin, dass Peking andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnten etwa US-Unternehmen, die seit Jahren enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden.

Kein gerechter Wettbewerb für EU-Firmen in China

Zwar seien die von den USA verhängten Strafzölle eindeutig der falsche Weg. Die zugrundeliegende Kritik des Weißen Hauses werde aber in vielen Punkten durchaus geteilt, teilte die EU-Kammer mit. Ausländische Firmen in der Volksrepublik würden trotz großer Reformversprechen noch immer systematisch benachteiligt.

Die Frage, ob für EU-Firmen in China gerechter Wettbewerb herrsche, müsse ganz klar mit "Nein" beantwortet werden. Langwierige und intransparente Verwaltungsverfahren, die unvorhersehbare Durchsetzung von Vorschriften und subventionierte staatliche Firmen mit Monopolstellung würden ein Geschäftsumfeld schaffen, das nichts mit den versprochenen Reformen zu tun habe.

Der von den USA angezettelte Handelskonflikt sei dennoch kontraproduktiv. Statt sich auf die Öffnung seiner Wirtschaft zu konzentrieren, würde China nun Maßnahmen ergreifen, um heimische Unternehmen vor den Auswirkungen der Zölle zu schützen.


Quelle: DPA/rtl.de