Donald Trump sorgt mit sexistischen Äußerungen für Aufregung

08. Oktober 2016 - 14:29 Uhr

Donald Trump: "Du kannst ihnen zwischen die Beine fassen"

Ein altes Video, in dem Donald Trump sich sehr vulgär über Frauen äußert, hat den US-Präsidentschaftskandidaten in Bedrängnis gebracht. Und zwar derart, dass der Mann, der in seinem Wahlkampf schon viel Grenzwertiges von sich gegeben hat, sich erstmals zu einer Entschuldigung genötigt sah. Dennoch könnten ihn diese Aussagen den Wahlkampf kosten.

Kurz vor der nächsten TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten hat die 'Washington Post' ein mehr als zehn Jahre altes Video ausgegraben, das Donald Trump massiv unter Druck setzt. In der Aufnahme sitzt Donald Trump mit Moderator Billy Bush in einem Bus auf dem Weg zu einer Unterhaltungssendung. Man sieht den Bus zwar nur von außen, hört aber deutlich, wie sich der heutige Präsidentschafts-Bewerber anzüglich und herabsetzend über Frauen äußert.

Zunächst isst er ein Tic-Tac, falls er die Moderatorin später küssen würde. Er fühle sich "automatisch" zu schönen Frauen hingezogen. "Ich fange einfach an, sie zu küssen. Und wenn du ein Star bist, lassen sie es zu", tönt er und setzt hinzu - wohlgemerkt in unserer Übersetzung schon etwas gepflegter formuliert: "Du kannst ihnen zwischen die Beine fassen." Was er nicht wusste: Das Mikrofon nahm bereits auf. Trump äußert sich in dem Gespräch auch darüber, wie er einer verheirateten Frau Avancen macht: "Ich habe mich an sie rangemacht, bin aber gescheitert", sagt er. Er habe versucht, "sie zu f***en. Sie war verheiratet." Ein späteres Wiedersehen mit der Dame beschreibt Trump so: "Sie hat jetzt große künstliche Titten und so." Notiz am Rande: Im Jahre 2005 war Donald Trump übrigens schon mit seiner jetzigen Ehefrau Melania verheiratet.

Diese Äußerungen sorgten nicht nur in seinem eigenen Land für Furore. Seine Konkurrentin um die US-Präsidentschaft, Hillary Clinton twitterte empört: "Wir dürfen es nicht zulassen, dass dieser Mann Präsident wird." Auch führende Politiker der Republikaner zu deren wichtigster Ziel- und Wählergruppe strenggläubige Christen zählen, distanzierten sich von dem 70-Jährigen, für Trump wichtige Treffen wurden abgesagt. Einige Republikaner, darunter der ehemalige Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, forderten Trump zum Rücktritt als Präsidentschaftskandidat aus. Der republikanische Parteivorsitzende Reince Priebus erklärte: "Keine Frau sollte jemals mit solchen Begriffen beschrieben werden, niemand sollte auf diese Art und Weise über sie reden. Niemals."

Da sah sich sogar der Mann, der bislang nie für einen seiner zahlreichen verbalen Fehltritte um Verzeihung bat, zunächst zu einer schriftlichen Erklärung genötigt - polternd im Trump-Style natürlich: In seiner schriftlichen Erklärung sprach Trump am Freitag von Bemerkungen, wie sie Männer in Umkleideräumen machen würden. Ex-Präsident Bill Clinton, der Ehemann seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton, habe bei gemeinsamen Ausflügen mit ihm auf dem Golfplatz weit schlimmere Worte fallen lassen. In einer aufgezeichneten Botschaft,  die seine Wahlkampfzentrale in der Nacht zum Samstag öffentlich machte, legte Trump nun noch einmal nach: "Ich habe es gesagt. Es war falsch. Ich entschuldige mich."

Ob ihm das jetzt noch etwas nützt? Clinton und Trump treffen am Sonntagabend in St. Louis zu ihrer zweiten Fernsehdebatte zusammen. Die erste Ende September hatte die Demokratin nach unabhängigen Einschätzungen klar gewonnen. Danach gibt es nur noch eine letzte Fernsehdebatte, bevor am 8. November gewählt wird.