30. September 2018 - 17:08 Uhr

Sanfte Worte zwischen Donald Trump und Kim Jong Un

Vor einem Jahr beschimpfte der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un den US-Präsidenten noch als "senilen, alten Greis", Donald Trump ätzte, Kim sei ein "Raketenmann". Und jetzt? Angesichts der Annäherung zwischen den USA und Nordkorea hat Trump dem Diktator nun eine Art Liebeserklärung gemacht. "Ich war knallhart, er auch, und zwischen uns ging es hin und her", berichtete Trump am Samstag über das Ringen um Nordkoreas atomare Abrüstung. "Und dann haben wir uns verliebt. Okay? Nein, wirklich."

Kim Jong Un hat versprochen, Atom- und Raketentests zu stoppen

​Vor Anhängern im US-Bundesstaat West Virginia fand der 72-jährige Trump noch mehr blumige Worte für Kim: "Er schrieb mir wunderschöne Briefe, es waren großartige Briefe." Ihre persönliche Verbindung habe auch politisch Früchte getragen, machte Trump deutlich. Er verwies auf den von Kim angekündigten Stopp aller Atom- und Raketentests, auch wenn Kritiker dahinter bislang wenig mehr als Lippenbekenntnisse sehen.​

Kritik an neuer Freundschaft zwischen den USA und dem Diktator wies Donald Trump direkt zurück

Dass die plötzliche Zuneigung nicht jedem geheuer sein dürfte, schien dem US-Präsidenten durchaus bewusst zu sein. Jedenfalls nahm er die zu erwartende Kritik daran bei seinem Auftritt in einer großen Sporthalle der Stadt Wheeling gleich vorweg: "Donald Trump sagt, sie haben sich verliebt. Wie schrecklich, wie schrecklich ist das denn? Das ist so unpräsidial."

Ihn kümmere das wenig, erklärte Trump und richtete seinen Zeigefinger sodann auf die Menschenmenge: "Ich habe euch immer gesagt, es ist so einfach präsidial zu sein. Aber dann würden da draußen nicht 10.000 Menschen in diese prall gefüllte Arena drängen, sondern wir hätten nur 200 Leute draußen stehen."