Donald Trump lädt Wladimir Putin nach Washington ein - Beginn einer wundersamen Freundschaft?

20. Juli 2018 - 7:36 Uhr

Kritik am letzten Treffen von Trump und Putin ist noch nicht verklungen

Für sein letztes Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin musste sich Donald Trump einiges anhören. Der US-Präsident reagierte auf seine Art auf die anhaltende Kritik und lud den Kremlchef kurzerhand nach Washington ein. Trump beauftragte seinen nationalen Sicherheitsberater John Bolton mit der Einladung.

Sogar der Geheimdienstkoordinator war überrascht

Mit dieser Nachricht überraschte der Präsident sogar seinen Geheimdienstkoordinator Dan Coats. Als er beim Aspen-Sicherheitsforum in Colorado davon erfuhr, reagierte er erstaunt, musste lachen und sagte: "Das wird sicher speziell". Er habe vorher nicht gewusst, dass Trump den russischen Staatschef zu sich einladen wolle. Sollte Putin tatsächlich nach Washington kommen, wäre es sein erster Besuch im Weißen Haus seit September 2005, als George W. Bush noch US-Präsident war.

Trump hatte in den Tagen nach dem Gipfel mit Putin in Helsinki mit widersprüchlichen Aussagen, Dementis und Klarstellungen für Verwirrung gesorgt. Die Opposition im US-Senat forderte Trump auf, zuerst einmal zu erklären, was er mit Putin im Vieraugengespräch besprochen hätte. Vorher dürfe er sich nicht erneut hinter verschlossenen Türen mit dem russischen Staatschef treffen. "Womit erpresst Putin Präsident Trump, persönlich, politisch oder finanziell?", fragte Nancy Pelosi, Oppositionsführerin im Repräsentantenhaus.

"Ich freue mich auf unser zweites Treffen"

"Der Gipfel war ein großartiger Erfolg", twitterte Trump als Reaktion auf die Kritik. "Ich freue mich auf unser zweites Treffen, damit wir damit beginnen können, einige der vielen diskutierten Themen umzusetzen." Alle Probleme könnten gelöst werden, erklärte der Präsident. "Ich gehe härter mit Russland um, als irgendein andere Präsident in vielen, vielen Jahren vorher", sagte Trump. "Mit Russland klar zu kommen, ist etwas Positives, nichts Negatives. Aber wenn das nicht funktioniert, werde ich der schlimmste Feind sein, den Putin je hatte."

Im Interview mit dem Sender CBS erklärte er, er habe Putin persönlich gewarnt, dass die USA Einmischungen in künftige US-Wahlen nicht tolerieren würden. In einer Pressekonferenz hatte Trump sich zuvor so geäußert, dass es klang, als zweifle er an den Erkenntnissen der US-Geheimdienste. Die halten es für erwiesen, dass Russland sich 2016 in die Präsidentschaftswahl in den USA eingemischt hat. Später bezeichnete Trump seine Äußerung als Versprecher.