Politik
Aktuelle Politik-News aus Deutschland und der Welt

Donald Trump empfängt Angela Merkel: "Wir haben eine sehr großartige Beziehung"

Das sagt die Kanzlerin nach den Treffen
Das sagt die Kanzlerin nach den Treffen Angela Merkel zu Besuch bei Donald Trump 02:33

Angela Merkel zu Gast im Weißen Haus

Genau zwei Stunden und 40 Minuten hatten US-Präsident Donald Trump und die Bundeskanzlerin für ihr erstes Treffen nach Angela Merkels Wiederwahl eingeplant. Am Ende dauerte es dann doch ein bisschen länger. "Wir haben eine sehr großartige Beziehung", erklärte US-Präsident Donald Trump überschwänglich und bezeichnete den Gast aus Deutschland als "außergewöhnliche Frau". Richtige Stimmung wollte trotzdem nicht aufkommen. Aus Sicht von RTL-Korrespondet Peter Kleim ging es in Washington eher "sachlich, unterkühlt" zu. 

"Ich kann mich jederzeit beim Präsidenten melden"

Angela Merkel war bei dem Besuch in Washington bemüht, die Stimmung zu entspannen. Sie erklärte, die Regierungsbildung habe etwas gedauert, trotzdem sei es ihr wichtig gewesen, dass ihr erster Besuch außerhalb Europas nach Washington geht. Strafzölle, das Atomabkommen mit dem Iran und der Syrienkonflikt – es gab jede Menge unbequeme Themen zu besprechen.

Trotzdem blieb auch genug Zeit, ein paar Höflichkeiten auszutauschen. "Wenn es weitere Probleme gibt, kann ich mich auch jederzeit beim Präsidenten melden", erklärte Merkel. Und Trump sagte, dass sie ihren Job, Deutschland zu regieren großartig mache und er sich bemühen wolle, seinen Job ebenso großartig zu machen.

Das Treffen war "sachlich und unterkühlt"
Das Treffen war "sachlich und unterkühlt" Peter Kleim aus Washington 02:03

Merkel will Verteidigungsausgaben erhöhen

In einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Gespräch erklärte Merkel, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen und das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen müsse. Es sei richtig, wenn der Präsident sage, Europa sei zwar ökonomisch erfolgreich, aber wolle etwa beim militärischen Engagement nicht viel tun. Die Bundesregierung werde die Verteidigungsausgaben 2019 auf 1,3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt steigern, kündigte die Kanzlerin an.

Im drohenden Handelskrieg mit den USA gibt es anscheinend immer noch keine Lösung. Ab dem 1. Mai sollen Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU erhoben werden. Deutschland und die EU müssen offenbar weiter verhandeln. "Der Präsident wird entscheiden", sagte Merkel. Deutschland habe seinen Handelsüberschuss mit Amerika bereits reduziert, erklärte sie. Sie habe aber auch Verständnis, dass dies Trump noch nicht ausreiche.

Merkel äußerte sich außerdem zufrieden über die Zusammenarbeit mit den USA im Umgang mit Russland. Auch beim Thema Iran kam sie dem Präsidenten entgegen. Das Atomabkommen sei "alles andere als perfekt", aber eben "ein Baustein, auf dem man aufbauen kann". Nach der Pressekonferenz geht es für Merkel steigt Merkel wieder ins Flugzeug nach Hause.

Mehr Politik-Themen