Donald Trump droht Russland mit Militärschlag in Syrien: "Die Raketen werden kommen"

13. April 2018 - 7:36 Uhr

Donald Trump droht Russland mit Militärschlag: "Die Raketen werden kommen"

Im Syrien-Konflikt verhärten sich die Fronten zwischen den USA und Russland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht deutliche Anzeichen dafür, dass die Rebellenhochburg Ost-Ghouta mit Giftgas angegriffen wurde. Rund 500 Betroffene zeigten Symptome einer Giftgas-Belastung, so die Behörde. Währenddessen droht Donald Trump Russland mit einem Militärschlag in Syrien: "Die Raketen werden kommen."

Russland will sich von Donald Trump nicht einschüchtern lassen

"Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach dich bereit, Russland, denn sie werden kommen", schrieb Donald Trump. Er gab der russischen Regierung Mitschuld an dem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghouta. Moskau dürfe sich nicht mit einem "Tier" verbünden, das mit Gas töte, fügte er hinzu. Damit ist wohl der syrische Präsidenten Baschar al-Assad gemeint. 

Schlechtere Beziehung zu Russland als im Kalten Krieg

Das ohnehin belastete Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist weiter drastisch abgekühlt. Trump twitterte am Mittwoch, die "Beziehung zu Russland ist schlechter, als je zuvor, und damit eingeschlosssen auch der Kalte Krieg."

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Moskau ließ sich von der Drohung nicht einschüchtern. "Sollte es einen Angriff von Seiten Amerikas geben, werden die Raketen abgeschossen und die Objekte angegriffen, von denen sie abgefeuert wurden", stellte Alexander Sassypkin, russischer Botschafter im Libanon klar. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

Wie realistisch ist ein US-Raketenangriff?

Nach Donald Trumps provokanter Ankündigung bemühte sich das Weiße Haus wenig später um Schadensbegrenzung und ruderte wieder zurück. Ein Raketenschlag in Syrien sei eine Option. "Aber das heißt nicht, dass es die alleinige Option ist oder das einzige, was der Präsident tun könnte oder auch nicht", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. 

In den USA ist eine militärische Einmischung in Syrien rechtlich umstritten. Der Präsident kann darüber nicht alleine entscheiden. Laut US-Verfassung muss er eigentlich die Einwilligung des Kongresses einholen. Eine Ermächtigung zum eigenmächtigen Handeln hat er nur im Kampf gegen den Terrorismus. Aus seiner eigenen republikanischen Partei kamen aber schon Stimmen, wonach kleinere Militäroperationen gedeckt werden könnten. 

Putin ruft zu Vernunft auf

Russlands Präsident Wladimir Putin rief zur Vernunft auf. "Die weltweite Lage wird immer chaotischer", sagte er in Moskau. "Wir hoffen, dass letztlich der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt und die internationalen Beziehungen in eine konstruktive Richtung gehen", sagte er bei einem Treffen mit ausländischen Botschaftern im Kreml. Auf die Drohungen Trumps mit einem Angriff in Syrien ging Putin nicht ausdrücklich ein.

Der Kreml rief die USA zur Besonnenheit auf. "Hoffentlich vermeiden alle Länder Schritte", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Agentur Tass. Dies gelte vor allem für Maßnahmen, die die ohnehin fragile Situation in der Region weiter destabilisieren könnten. Moskau ist im Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung.

Vor Donald Trumps Drohung hatte bereits Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, er halte im Syrien-Konflikt Angriffe gegen Chemieeinrichtungen für möglich.