US-Präsident zu Besuch bei der Queen

Donald Trump blamiert sich beim Staatsbesuch in Großbritannien am laufenden Band

Trump auf Staatsbesuch in Großbritannien
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Trump auf Staatsbesuch in Großbritannien

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US-Präsident Donald Trump auf Staatsbesuch

US-Präsident Donald Trump ist auf Staatsbesuch bei der Queen in Großbritannien. Und genau wie bei seinem Arbeitsbesuch im Vorjahr machen die Trumps einen Fehler nach dem anderen. Noch aus dem Flugzeug heraus beschimpfte Trump Londons Bürgermeister Sadiq Khan via Twitter als "Totalversager". Khan kritisierte den US-Präsidenten in der Vergangenheit mehrfach - auf die jüngste Attacke reagierte der Labour-Politiker mit einem Twitter-Video, in dem er Trumps frauenfeindliche Äußerungen ins Kreuzfeuer nahm.

Trump hatte sich so auf Queen Elizabeth II. (93) gefreut - eine echte Königin, die ihn im Buckingham Palast, wo Könige wohnen, willkommen heißt. Auf die goldene königliche Kutsche dürfte er sich auch gefreut haben, mit der er und seine First Lady Melania (49) über Londons Prachtstraße The Mall rollen sollten.

Diese Fahrt wurde allerdings abgesagt. Am Dienstag werden bis zu 250.000 Demonstranten gegen Trump erwartet - es soll auch eine Petition gegeben haben, um diesen Besuch zu verhindern. Schon zur Landung empfingen die Briten den US-Präsidenten mit einem riesigen, in den Rasen gemähten Penis und der Aufschrift "oi Trump". Trump kann seitens der britischen Bevölkerung nicht viel Gastfreundschaft erwarten.

Als die Trumps die Queen dann treffen ist eins wieder auffällig: Für die Queen gibt es von der First Lady keinen Knicks oder eine Vorbeugung, obwohl das eigentlich so üblich ist. Darauf verzichtete Melanie auch schon im Vorjahr.

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Die Fettnäpfchen im Vorfeld

Donald Trump, Präsident der USA, aufgenommen am 30.05.2019 in Washington und Meghan Herzogin von Sussex, aufgenommen am 22.05.2018 in London. (zu dpa "Trump streitet mit Meghan «Habe sie nie gemein genannt»") Foto: V
US-Präsident Donald Trump und Herzogin Meghan
ev wst kde, dpa, Lipinski

Zuerst betitelte Trumps Pressebüro die Queen als "königliche Majestät". Ein schwerer Protokollfehler, der die Königin damit herabsetzt. Eigentlich spricht man die Queen mit "Ihre Majestät" an. Ein zusätzliches "königlich" wird nur auf royalen Ebenen unterhalb der Queen verwendet, wie bei Herzoginnen und Herzögen. Um sich diesen Fehler zu ersparen, hätte die Trump-Administration nur auf die Internetseite der königlichen Familie schauen müssen.

Außerdem haben die USA den Briten, damit auch dem britischen Staatsoberhaupt, massiv den Brexit empfohlen. Auch wenn die Queen sich strikt aus dem Politischen raushält, ist bekannt, dass sie pro-europäisch eingestellt ist. Daher wird sie sich nicht darüber gefreut haben, dass Trump gegenüber der Zeitung "The Sun", den Brexit-Hardliner Boris Johnson als neuen Premierminister empfohlen hat.

Im selben Gespräch mit der Zeitung hat der US-Präsident auch noch der Herzogin von Sussex einen Seitenhieb verpasst. Die gebürtige Amerikanerin, bürgerlicher Name Meghan Markle, hatte sich bei den Präsidentschaftswahlen klar gegen Trump positioniert und der sagte jetzt gegenüber der Zeitung: "Ich wusste gar nicht, dass sie so böse ist."

Kurz vor seinem Besuch ist Trump aber auch wieder zurückgerudert und behauptete, dass das "Fake News" seien und er sie nie so genannt hätte. Audioaufnahmen des Interviews belegen da etwas anderes. Meghan selbst wird Trump nicht treffen. Sie befindet sich in Mutterschaftspause nach der Geburt von Sohn Archie, aber ihr Mann Prinz Harry wird Donald Trump empfangen .

America first statt royale Ergebenheit im Vorjahr

US-Präsident Trump mit der Queen in Großbritannien bei der Ehrengarde in 2018
US-Präsident Trump mit der Queen in Großbritannien bei der Ehrengarde in 2018
wst, dpa, Pablo Martinez Monsivais

Trump ist für die Queen kein Unbekannter. Schon beim letzten Treffen stieg er von einem Fettnäpchen ins Nächste. Als die Queen ihn und Melania auf Schloss Winsdor erwartete, kam der US-Präsident etwa 15 Minuten zu spät. Die 92-jährige Elizabeth II. stand draußen - und wartete bei 27 Grad, bis die Trumps eintrafen. Hinterher dementierte er seine Verspätung - die Queen sei einfach zu früh da gewesen.

Dann sollte er mit der Königin die Ehrengarde abschreiten und Trump marschiernet einfach vorweg, America first. Die goldene Regel besagt eigentlich, dass man der Queen niemals den Rücken zuwendet. Selbst ihr Ehemann Prinz Philip (97) läuft immer ein paar Schritte hinter seiner Frau.

Queen Elizabeth soll sich auf subtile Art revanchiert haben. Sie trug eine Brosche, die sie 2011 von den Obamas als Privatgeschenk bekam. Ausgerechnet zum Trump-Besuch, der mit aller Macht versucht, das politische Erbe Obamas zu zerstören.