Donald Trump beschimpft vor UN-Vollversammlung iranische Regierung und fordert weltweite Isolation

26. September 2018 - 10:24 Uhr

UN-Plenum lacht Donald Trump für Eigenlob aus

Nach einem Eigenlob, für das er höhnisches Gelächter erntete (mehr dazu in unserem Video), teilte US-Präsident Donald Trump vor der UN-Vollversammlung mächtig aus. Er forderte eine weltweite Isolation der Regierung des Irans. "Wir rufen alle Nationen dazu auf, das iranische Regime zu isolieren, solange seine Aggressionen andauern", sagte er bei seiner Rede in New York.

Iran: Sanktionen der USA sind "Wirtschaftsterrorismus"

Irans Präsident Hassan Ruhani konterte umgehend: Dem Multilateralismus entgegenzutreten ist kein Zeichen der Stärke, sondern ein Symbol der Schwäche des Intellekts." Trump trampele auf den globalen Regeln herum und handele "absurd und abnormal". Die dem Iran auferlegten Sanktionen seien eine Form von "Wirtschaftsterrorismus".

Trump verteidigte den einseitigen Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die damit verbundenen US-Sanktionen, die seit August wieder wirksam sind. Durch den wirtschaftlichen Druck sollten der Regierung in Teheran die Gelder dafür verwehrt werden, "ihre blutigen Absichten zu verfolgen". Er nannte die iranische Führung eine "korrupte Diktatur" und fügte hinzu: "Die iranischen Führer säen Chaos, Tod und Zerstörung."

EU steht zu Iran-Atomabkommen

Bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung hat US-Präsident Donald Trump ausgeteilt.
Bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung hat US-Präsident Donald Trump ordentlich ausgeteilt.
© dpa, Richard Drew, RED wal lof

Die EU hält dagegen unverändert am Atomabkommen mit dem Iran fest. Es bestehe die Gefahr, dass der Iran unter größtmöglichem Druck wieder in ein militärisches Atomprogramm einsteige, betonte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor Beginn der Generaldebatte. "Das wollen wir nicht, das würde die ganze Region in Flammen setzen." Deshalb müsse das Abkommen zur Verhinderung der iranischen Atombombe, aus dem die USA ausgestiegen sind, erhalten bleiben.

In seiner diesjährigen Rede warb Trump erneut dafür, nationalen Interessen den Vorrang vor einer globalen Weltordnung einzuräumen. Er kündigte an, dass die Auslandshilfen der USA künftig stärker an ihren eigenen Interessen ausgerichtet werden.

Bis kommenden Montag wollen sich mehr als 140 Staats- und Regierungschefs an die UN-Vollversammlung wenden, zudem sind am Rande des Geschehens zahlreiche hochrangige Treffen vor und hinter den Kulissen geplant.


Quelle: DPA / RTL.de