Döner-Reinheitsgebot wirft Fragen auf

"Döner" heißt jetzt "Drehspieß" – zumindest in Weimar

29. Oktober 2019 - 23:34 Uhr

Döner dürfen nicht mehr Döner genannt werden

Wer in Weimar einen Döner bestellt, muss zwar mit keiner Strafe rechnen, wer einen Döner verkauft, schon. Der Döner muss "Drehspieß im Fladenbrot" heißen, wenn er nicht den Vorgaben entspricht - sagt die Weimarer Stadtverwaltung und führt Kontrollen durch. Für "Drehspießbuden"-Besitzer bedeutet das: Schilder und Speisekarten ändern, sonst wird es teuer. Was sie von der neuen Regelung halten, zeigen wir im Video.

Stadt Weimar möchte Verbraucher vor "Irreführung und Täuschung" schützen

Dass Döner nicht mehr Döner heißen dürfen, könnte sich von Thüringen bald auf ganz Deutschland ausweiten: "Die Frage, was konkret in einem Döner drin sein muss, ist bundeseinheitlich geregelt – also kein Weimarer Alleingang", so die Stadtverwaltung. Die Aufgabe des Lebensmittelüberwachungsamtes liegt unter anderem darin, die Verbraucher vor Irreführung und Täuschung zu schützen – dies sei bei der Döner-Kennzeichnung der Fall. Ein Gesetz aus dem Jahr 1972 besagt, was im Original-Döner drin sein darf und was nicht.

So sieht ein "echter" Döner aus

Kebab
Döner ist nicht immer Döner.
© picture alliance, CHROMORANGE / Ernst Weingartner

Imbissbesitzer verstehen den ganzen Behördenirsinn nicht, denn für sie bedeutet das: Laden umbenennen, Speisekarten neu drucken und Schilder auswechseln. Hohe Kosten, die sie in Kauf nehmen müssen, wenn sie sich nicht an das Rezept des Original-Döners halten.

Daraus besteht der "echte" Döner:

  • dünne Fleischscheiben, aufgesteckt auf einen Drehspieß
  • ein Hackfleischanteil aus grob entsehntem Rindfleisch und/oder grob entsehntem Schaffleisch von höchstens 60%
  • Keine weiteren Zutaten, außer Salz, Gewürzen, Eiern, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt