Doch kein Import von Elefanten-Trophäen erlaubt: Trump legt Entscheidung nach Protesten auf Eis

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18. November 2017 - 11:56 Uhr

Großwildjäger in der Trump-Familie

US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung, die Einfuhr von Trophäen von Großwildjägern zu erlauben, wieder auf Eis gelegt. Das kündigte er via Twitter an. In seiner eigenen Familie dürfte die Erlaubnis zunächst gut angekommen sein: Seine Söhne sind beide professionelle Großwildjäger.

Donald Trump Jr. posiert mit abgetrenntem Elefantenschwanz

Stolz posiert Donald Trump Jr. in Afrika. In der einen Hand hält er ein Messer, in der anderen den abgetrennten Schwanz eines Elefanten, der tot neben ihm im Gras liegt. Das Bild ging nach Trumps Erlaubnis, Elefanten-Trophäen importieren zu dürfen, um die Welt. Damit hatte er ein Bundesverbot aufgehoben, das Ex-Präsident Barack Obama 2014 in seiner Amtszeit eingeführt hatte.

Import von Elefanten-Trophäen: Naturschützer protestieren im Netz

Großwildjäger durften zunächst wieder Körperteile von erlegten Elefanten aus Simbabwe und Sambia in die Vereinigten Staaten einführen. Der Afrikanische Elefant wird von der amerikanischen Behörde für Fisch und Wildtiere als bedrohte Tierart bezeichnet. Trotzdem hat ebendiese Behörde am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme verkündet, dass die Tötung der Elefanten die Überlebenschance dieser gefährdeten Tierart erhöhe. Man wolle Geld von wohlhabenden Jägern einsammeln, um Tierschutzprogramme für Elefanten zu finanzieren, so das Amt nach Trumps Einfuhrerlaubnis.

In den sozialen Medien empörten sich viele Nutzer über diese Entscheidung. Besonders auf Twitter wurde heiß diskutiert. Auf der sozialen Plattform kursierten Fotos von Donald Trump Jr. und Eric Trump, auf denen sie mit einer erlegten Raubkatze posieren.

Die Tierschutzorganisation 'The Elephant Project' postete: "100 Elefanten werden bereits pro Tag getötet. Das wird nur noch zu mehr Wilderei führen".

Gier nach Elfenbein dezimiert Elefanten-Bestand

Laut einem Artikel von 'ProWildlife' werden jedes Jahr etwa 20.000 Elefanten gewildert. Der Bestand der Savannenelefanten wurde in nur acht Jahren um ein Drittel dezimiert. Weltweit gibt es nur noch etwas mehr als 400.000 Afrikanische Elefanten.

Nun reagierte Trump auf die zahlreichen Proteste und legte die Erlaubnis wieder auf Eis. "Habe die Entscheidung zu Großwild-Trophäen auf Eis gelegt, bis ich alle Naturschutz-Fakten studiert habe. (Das Thema) wird schon seit Jahren erörtert. Werde demnächst mit (Innen)Minister (Ryan) Zinke aktualisieren. Danke!", twitterte der US-Präsident.