Dispozinsen: Fast alle Banken sind viel zu teuer - es geht aber auch günstig

17. März 2016 - 12:24 Uhr

Die meisten Banken kassieren einen viel zu hohen Dispozins

Die Höhe der Dispozinsen wird von Banken gehütet wie ein Staatsgeheimnis! Die neusten Untersuchungen von 'Finanztest' haben ergeben: Nur 424 von 1.472 befragten Kreditinstituten teilten die Höhe des Dispozinses überhaupt mit. Gut zwei Drittel verweigerten die Aussage. Der Grund liegt klar auf der Hand: Noch immer sind die Dispozinsen für das Überziehen des Girokontos viel zu hoch.

Laut 'Finanztest' rückten 1048 Banken auf Nachfrage nicht mit dem Dispozinssatz heraus. Immerhin konnte bei 572 Instituten der Dispozins auf der Internetseite gefunden werden. Schließlich wurden Tester in die verbleibenden 476 Filialen von Kreditinstituten geschickt, um die Höhe des Disposatzes herauszufinden.

Aus der Sicht von Finanztest ist ein Dispozins wie der von der Stadtsparkasse Lengerich in Nordrhein-Westfalen mit 12,25 Prozent viel zu hoch. Die Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut schoss mit einem Dispozins von bis zu 16 Prozent den Vogel ab. Ein fairer Zins muss deutlich unter zehn Prozent liegen, so die Finanzexperten.

Bei drei Banken konnten die Tester des Finanztest auch in der Filiale die Zinssätze nicht herausfinden. Dabei handelt es sich um die Raiffeisenbank Gammesfeld, Stadt- und Kreissparkasse Moosburg an der Isar sowie die Raiffeisen-Volksbank Saale-Orla.

Es gibt auch günstige Banken

Doch nicht bei allen getesteten Banken ist der Zinssatz unfassbar hoch. Wie in den Vorjahren ist auch dieses Jahr die 'Deutsche Skatbank' Testsieger. Die Direktbank erhebt von allen Kunden nur einen Dispozins von 4,49 Prozent für ihr online geführtes Konto.

Sollten Sie Ihr Konto häufiger überziehen, achten Sie bei der Wahl ihres Girokontos auf einen niedrigen Dispozins. Er sollte klar unter zehn Prozent liegen. Ebenso wichtig sind niedrige Kontoführungsgebühren und gut erreichbare Geldautomaten.