Diskriminierung bei der Bezahlung: Zuwanderer erhalten mehrheitlich Niedriglöhne

Knapp 53 Prozent der Vollzeitbeschäftigten aus den zehn osteuropäischen EU-Staaten arbeiten in Deutschland zu Niedriglöhnen.
© dpa, Jens Büttner

12. Februar 2014 - 19:28 Uhr

"Armutszeugnis für Arbeitsmarktpolitik"

Ausländische Erwerbstätige, vor allem aus den osteuropäischen EU-Mitgliedsländern, arbeiten in Deutschland häufig zu Niedriglöhnen. Das geht aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Linke-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hervor, die dem 'SWR' vorliegt.

Von den Vollzeitbeschäftigten aus den zehn osteuropäischen EU-Staaten arbeitete demnach mehr als jeder Zweite (53 Prozent) im Dezember 2012 zu einem Lohn unterhalb der von der BA angesetzten Niedriglohnschwelle.

Unter den südeuropäischen Zuwanderern aus Griechenland, Italien, Portugal oder Spanien arbeitete jeder Vierte (25,4 Prozent) zu einem Niedriglohn. Bei den Vollzeitbeschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit lag die Quote bei 19,7 Prozent.

Als Niedriglohnbeschäftigter gilt, wer weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigen bekommt. Das sind 1.926 Euro brutto im Monat. Zimmermann sprach von einem "Armutszeugnis für die Arbeitsmarktpolitik". Sie verwies gegenüber dem 'SWR' auf Arbeitgeber, die Migranten bei der Bezahlung diskriminieren würden. "Das hat jüngst erst eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes ergeben, dass ein Drittel der Migrantinnen und Migranten im Niedriglohnbereich bezahlt werden. Sie bekommen bis zu 40 Prozent weniger Geld." Nicht-Deutsche würden systematisch schlechter gestellt.