Dirk Emmerich an slowenischer Grenze - Nutzen der Grenzzäune ist lediglich symbolisch

13. Juli 2016 - 12:07 Uhr

Slowenien mit Grenzschutz überfordert

Slowenien folgt Ungarn und baut Zäune gegen Flüchtlinge. Die führen zu Spannungen mit dem EU-Nachbarn Kroatien. Befürchtete Staus auf der Balkanroute bleiben aber wohl aus. Doch was bringt der Zaun überhaupt?

So ganz klar ist nicht, was Slowenien in der Flüchtlingskrise macht und erreichen will. Regierungschef Miro Cerar begründet die seit Mittwoch errichteten Grenzzäune zum jüngsten EU-Mitglied Kroatien damit, das die Außengrenze des visafreien Schengen-Reiseraums geschützt werden solle. Die Grenze werde aber nicht geschlossen. Die Flüchtlinge würden lediglich über die regulären Übergänge umgeleitet.

Doch welche Folgen hat der Grenzzaun für die Flüchtlinge auf der Balkanroute? Eigentlich kommen schon heute kaum Menschen über die grüne Grenze nach Slowenien. Fast alle erreichen das Schengen-Land per Zug von Kroatien über den Bahnhof Dobova. Daher glaubt das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Belgrad auch nicht, dass es größere Rückstaus an Migranten geben wird. Warum aber dann der Zaun? Der knapp 125 km lange Zaun der 670 km langen Grenze ist wohl eher als Symbolik zu verstehen. An dem Grenzübergang sind momentan keine Flüchtlinge unterwegs.

Slowenien ist dennoch seit geraumer Zeit mit dem Andrang an seiner Grenze überfordert: Bei einem Krisentreffen Ende Oktober war die Entsendung 400 zusätzlicher Beamter beschlossen worden Mehrere EU-Länder, darunter auch Deutschland, haben Polizeibeamte zur Verstärkung der slowenischen Grenzbeamten geschickt.