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Diren-Prozess in USA nähert sich dem Ende

Diren-Prozess in USA nähert sich dem Ende

Diren-Prozess in USA nähert sich dem Ende
Ein Transparent mit der Aufschrift 'R.I.P Diren 21.9.96 - 27.4.14' am Zaun des Fußballvereins SC Teutonia 1910 in Hamburg.
dpa, Bodo Marks

"Er wurde gewaltsam hingerichtet"

Knapp acht Monate nach den tödlichen Schüssen auf den deutschen Austauschschüler Diren im US-Staat Montana geht der Gerichtsprozess in die Schlussphase. In der Stadt Missoula hielten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Schlussplädoyers. Bis zum Urteil der zwölf Geschworenen können wenige Stunden, aber auch einige Tage vergehen.

"Er war ein Teenager, der Fehler machte, die Teenager machen. Aber er wurde gewaltsam hingerichtet", sagte Staatsanwältin Karla Painter Gerichtsreportern zufolge. Der Angeklagte Markus K. habe sich für die Einbrüche vor der Tatnacht am 27. April rächen wollen. Außerdem habe es im Geständnis von K. und dessen Partnern Widersprüche gegeben.

Nach einer kurzen Pause hielt Verteidiger Paul Ryan ebenfalls sein Abschluss-Plädoyer: Der 17-Jährige habe "nichts Gutes im Schilde geführt", sagte Ryan laut Gerichtsreportern. Der Schütze habe nach den zwei Einbrüchen um das Leben seines zehn Monate alten Babys gefürchtet, als der unbewaffnete Teenager in jener Nacht die fremde Garage betrat. Ryan bezog sich in seinem Plädoyer nochmals auf die 'Castle Doctrine', die sogenannte 'Schloss-Doktrin', die im Staat Montana den Schutz des eigenen Hauses rechtfertigt - im Notfall auch mit tödlicher Gewalt.