Neues Angebot für Anlage in Aktien und Fonds

Direktbank ING: Wertpapiersparpläne ab 1 Euro

31. August 2020 - 11:32 Uhr

ING Direktbank könnte bald Strafzinsen einführen

Das kostenlose Girokonto ohne Vorbedingungen ist bereits abgeschafft, nun ist ein weiterer Schritt in Vorbereitung: Neukunden der ING Deutschland müssen womöglich demnächst Strafzinsen zahlen, wenn sie dort Geld parken. Das Institut macht Anlegern aber zugleich ein interessantes Angebot: Wertpapiersparpläne gibt es demnächst ab einem Euro.

Banken zahlen 0,5 Prozent Zinsen an EZB

Die Direktbank ING denkt über Strafzinsen für Neukunden nach. "Derzeit haben wir keine konkreten Pläne, ein Verwahrentgelt für unsere Bestandskonten einzuführen", sagte Finanzvorstand Norman Tambach in Frankfurt. "Wir beobachten die Marktentwicklung aber sehr genau und sehen, dass immer mehr Banken ein Verwahrentgelt für Neukonten einführen. Dementsprechend bereiten wir uns vor, auf diese Marktentwicklungen zu reagieren."

Geschäftsbanken müssen aktuell 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt dies für die Branche eine Milliardenbelastung. Die Kosten geben immer mehr Geldhäuser weiter und berechnen Kunden Negativzinsen - teilweise schon ab dem ersten Euro.

Neues Angebot für Kunden: Kein Mindestbetrag für Wertpapiersparpläne

Um Kunden eine Alternative zu derzeit mager verzinsten Tagesgeld- und Sparkonten zu bieten, macht die ING Deutschland ein neues Angebot für die Anlage in Aktien und Fonds. "Wir wollen unseren Kunden den Einstieg in das Wertpapiersparen so einfach wie möglich machen und schaffen deshalb den Mindestbetrag für alle Wertpapiersparpläne ab", kündigte Vorstandschef Nick Jue an. "Ab 1. November bieten wir alle unsere Wertpapiersparpläne ab einem Euro Monatsrate an. Unsere Kunden haben es damit selbst in der Hand, welchen Betrag sie regelmäßig in Wertpapiere investieren möchten."

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ARCHIV - 14.08.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Nick Jue, Deutschland-Chef der ING, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in der Zentrale der Bank.   (zu dpa «Direktbank ING denkt über Strafzinsen für Neukunden nach») Foto: Boris Roessler/dpa +++
"ING Deutschland"-Chef Nick Jue.
© dpa, Boris Roessler, brx rho wst rho

Jahrelang lockte die Direktbank unter dem Namen ING-Diba Kunden mit vergleichsweise hohen Zinsen. Doch im aktuellen Zinstief kosten Einlagen Geld. Darum bemüht sich das Institut, das seit November 2018 nur noch unter dem Namen des niederländischen Mutterkonzerns ING auftritt, mit ihren Kunden jeweils mehr Geschäft zu machen.

"Es geht uns um eine engere Verbindung mit den Kunden. Wir brauchen profitables Wachstum, darum setzen wir jetzt voll auf Hausbankkunden", bekräftigte Jue. Die Zahl der Hausbankkunden habe im ersten Halbjahr um 200.000 auf mehr als zwei Millionen zugenommen. Das sind Kunden, die nicht nur Geld bei dem Institut parken, sondern für Provisionseinnahmen sorgen - etwa über Baufinanzierung, Verbraucherkredite oder Wertpapiersparen.

Allerdings hat die ING Direktbank das kostenlose Girokonto ohne Vorbedingungen abgeschafft. Seit Mai verlangt das Institut 4,90 Euro pro Monat von Kunden, die ein ING-Girokonto nur zum Geldparken nutzen. Erforderlich ist nun ein monatlicher Geldeingang von mindestens 700 Euro. "Wir haben einige inaktive Kunden verloren, die ihre Kontoverbindung gelöscht haben. Die große Welle war das nicht", bilanzierte Jue.

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Quelle: DPA / RTL.de