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Dinslaken: Untersuchungshaft gegen mutmaßliches IS-Mitglied

Dinslaken: Untersuchungshaft gegen mutmaßliches IS-Mitglied

Dinslaken: Untersuchungshaft gegen mutmaßliches IS-Mitglied
Der 24-jährige Deutsche Nils D. soll sich in Syrien der IS angeschlossen haben.
dpa, Ralf Stockhoff

24-Jähriger ist Syrien-Rückkehrer

Gegen den in Dinslaken festgenommenen mutmaßlichen IS-Terroristen ist Untersuchungshaft angeordnet worden. Ein Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof bestätigte den Haftbefehl gegen den 24-Jährigen.

Der Verdächtige war am Samstag in dem als Islamisten-Hochburg bekannten Stadtteil Dinslaken-Lohberg nördlich von Duisburg festgenommen worden. Er soll im Oktober 2013 nach Syrien gereist sein und sich dort der IS-Terrormiliz angeschlossen haben. Im vergangenen November kehrte der Deutsche namens Nils D. den Angaben zufolge nach Deutschland zurück.

US-Geheimdienste haben Hinweis gegeben

Die Verhaftung soll nach einer US-Terrorwarnung erfolgt sein. US-Geheimdienste hätten einen Hinweis auf mögliche Terroranschläge in Deutschland gegeben, berichtete die 'Bild am Sonntag'. Die Bundesanwaltschaft erklärte jedoch, es gebe bislang keine Anhaltspunkte für konkrete Anschlagspläne oder -vorbereitungen und auch keinen Zusammenhang zu den Terroranschlägen in Frankreich. Den Angaben zufolge wurde der Mann von einem Spezialeinsatzkommando der nordrhein-westfälischen Polizei geschnappt. Zudem wurde seine Wohnung in Dinslaken durchsucht.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat indes nach den islamistischen Terroranschlägen von Paris die Bürger in Deutschland zur Wachsamkeit aufgerufen. "Wir haben Radikalisierungsprozesse in Deutschland, bei denen sich Personen äußerlich und innerlich bis hin zu ihren Essgewohnheiten verändern", sagte de Maizière der 'Bild am Sonntag'. "Und da ist Wachsamkeit der Bürger, der Familien, der Nachbarn, der Sportfreunde oder Mitgläubigen in Moscheegemeinden wichtig und richtig." Die Bürger sollten nicht jeden verdächtigen. Das führe sonst zu einem Klima des Misstrauens. Aber es gebe 260 Gefährder, so viele wie nie, sagte der Minister.

"Ich habe große Sorge vor gut vorbereiteten Tätern wie in Paris, Brüssel, Australien oder Kanada. Das macht den Ernst der Lage aus." Er fügte aber hinzu: "Unsere Sicherheitsbehörden sind gut aufgestellt." In den vergangenen Wochen seien mehrere Hundert Ermittlungsverfahren wegen terroristischer Aktivitäten eingeleitet worden. Er sprach sich erneut für die Vorratsdatenspeicherung aus und verteidigte die Zusammenarbeit mit ausländischen Nachrichtendiensten als sinnvoll für die Sicherheit. Nach einer Emnid-Umfrage halten 74 Prozent Anschläge wie in Frankreich auch in Deutschland für möglich, 24 Prozent nicht. Befragt wurden 505 Personen.