Kosmische Gefahr für Menschheit

Dinosaurier ausgestorben - Wann kommt der nächste Killer-Asteroid?

8. November 2019 - 17:00 Uhr

So starben die Dinos wirklich aus

Das Schicksal der Dinosaurier wurde durch einen gewaltigen Asteroiden besiegelt - der Menschheit könnte einen ähnliches Schicksal drohen. Was damals auf der Erde geschah, haben wir in einer Simulation im Video festgehalten. Die European Space Agency (Esa) behält die gefährliche Kandidaten im Auge. Denn ein Einschlag selbst kleiner Objekte könnte verheerend sein.

So schlimm wie 10 Millionen Atombomben

Dass die Dinosaurier am Ende der Kreidezeit durch die Folge eines gewaltigen Asteroideneinschlags ausgestorben sind, hat das Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) durch eine Studie belegt. 

Bei dem Einschlag eines zehn Kilometer großen Brockens vor etwa 66 Millionen Jahren wurde die Energie von 10 Millionen Hiroshima-Atombomben freigesetzt. Am Ende wurden 75 Prozent allen Lebens auf der Erde ausgelöscht. Könnte der Menschheit ein ähnliches Schicksal drohen?

1000 erdnahe Neos in Sicht

Asteroid on collision course with earth (Elements of this image furnished by NASA - Earth uv map from http )
Die Europäischen Weltraumbehörde Esa führt eine spezielle Risikoliste für erdnahe Asteroiden, auch Neos ("Near Earth Objects") genannt - mehr als 1000 befinden sich derzeit darauf.
© Getty Images/iStockphoto, johan63

Die Dinosaurier hatten gegenüber den Menschen heute einen entscheidenden Nachteil: Sie wussten gar nicht, dass da etwas auf sie zukommt. Mithilfe von Teleskopen kann der Mensch heutzutage hingegen den Himmel nach verdächtigen Objekten absuchen, die eine Gefahr darstellen könnten.

Fun-Fact aus der Meteoritenecke

Im März 2019 hat Amerlika spekuliert, ob da ein echter Superman oder doch ein Meteor über Los Angeles flog? Spektakulär sind die Bilder allemal.

"2010RF12" schlägt 2095 auf die Erde ein

Ganz oben auf der Liste steht ein Objekt mit dem Namen "2010RF12", denn sein Einschlag auf der Erde ist vergleichsweise sicher. Mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu sechzehn wird der Brocken am 5. September 2095 mit einer Geschwindigkeit von 44.000 Stundenkilometern auf die Erde treffen. Sein Durchmesser beträgt neun Meter. Ist das nicht sehr wenig, um gefährlich zu sein?

20-Meter-Brocken explodiert über Russland

Der größte Brocken, der in den vergangenen 100 Jahren beim Eintritt in die Erdatmosphäre beobachtet wurde, war der Meteor von Tscheljabinsk. Er hatte einen Durchmesser von rund 20 Metern, erreichte allerdings nicht den Erdboden. Er explodierte bereits in einer Höhe von 20 bis 25 Kilometern über der Stadt Tscheljabinsk. Dabei wurde eine Energie von rund 25 Hiroshima-Bomben freigesetzt. Hundert Menschen wurden verletzt, vor allem durch geborstene Fensterscheiben.

Große Schäden auch durch kleine Einschläge

A Ceres-like asteroid is pictured slowly disintegrating as it orbits a white dwarf star in this undated handout artist's rendering in this undated handout photo obtained by Reuters October 22, 2015. Astronomers have spotted telltales signs of such an
Ein 500 Meter großer Asteroid könnte sogar ganz Europa zerstören.
© REUTERS, HANDOUT

Selbst ein nur fünf Meter großer Meteorid kann laut Esa beim Einschlag erhebliche Schäden anrichten. Eine Größe von zehn Kilometern - wie bei den Dinosauriern - würde wohl das Ende der menschlichen Zivilisation bedeuten.

Global Killer kreuzt Erdbahn

Zwar ist ein solcher "Global Killer" nicht auf der Risikoliste der Esa zu finden. Zu einer echten Gefahr könnte sich jedoch der Asteroid "29075 1950DA" entwickeln. Auch dieser kreuzt bei seinem Weg um die Sonne die Bahn der Erde. Als sicher gilt, dass das Objekt am 16. März 2880 der Erde sehr nahe kommen wird - und möglicherweise mit ihr kollidiert. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit dafür derzeit bei lediglich 0,01 Prozent, was etwa eins zu 7000 entspricht. Sie könnte aber auch wieder zunehmen.

Super-GAU: So würde ein Einschlag aussehen

Ein Einschlag von "1950DA" ist also nicht ausgeschlossen und käme einem globalen Super-GAU gleich. Denn "1950DA" hat einen Durchmesser von rund zwei Kilometern. Eine Studie aus dem Jahr 2003 hatte simuliert, wie sich eine Kollision mit der Erde auswirken würde. Als Ort des Auftreffens wurde der nördliche Atlantik gewählt - zwei Stunden nach dem Impakt würden laut den Berechnungen 120 Meter hohe Wellen auf die Ostküste der USA treffen. Immerhin noch bis zu 15 Meter hohe Wellen würden nach etwa acht Stunden die Küsten Europas erreichen.

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Wie kann so ein Szenario verhindert werden?

Um möglichst alle Gefahren aus dem All frühzeitig aufzuspüren, hat die Esa das "Fliegenauge" entwickelt, ein neuartiges Hochpräzisions-Teleskop. Das erste soll noch Ende 2019 in Sizilien seinen Dienst aufnehmen, ein weiteres ist in Chile geplant. Insgesamt würde die Esa gerne vier dieser Teleskope über den Globus verteilt aufstellen. Mit ihnen kann der gesamte Himmel auf "Neos" abgescannt werden.