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Digitale Bestattung: Gedenken am virtuellen Grab – von überall möglich

"Etwas über das Leben des Verstorbenen erzählen"

Mit immer neuen technischen Innovationen bewegen sich viele Lebensbereiche rasend schnell in die Zukunft: Statt auf den Stadtplan zu schauen, lassen wir uns von unseren Smartphones leiten. Statt Kochbücher zu lesen, googlen wir Rezepte im Internet. Selbst im Tod entkommen wir den neuen Technologien nicht.

Smartphone scannt QR-Code eines Grabsteins
Mit dem Smartphone kann man mehr über den Verstorbenen erfahren.

In Bergisch Gladbach werden auf einem privaten Urnenfriedhof neue Wege gegangen: Der klassische Grabstein bekommt ein digitales Spiegelbild: Informationen und Bilder über das Leben des Verstorbenen können online abgerufen werden. Das ermöglicht, viel mehr über den Verstorbenen preiszugeben als seinen Namen, Geburts- und Todesdatum. Außerdem kann das virtuelle Grab von überall auf der Welt zum Gedenken genutzt werden.

Im 'Garten der Bestattung' schafft ein QR-Code, wie man ihn zum Beispiel von Bahntickets kennt, die Verbindung zwischen dem Grabstein und seinem Spiegelbild im Internet. Wer mit dem Smartphone das Pixelmuster scannt, erhält in Sekundenschnelle weitere Informationen zu dem Verstorbenen. Viele Angehörige nutzen diese moderne Möglichkeit, um "etwas über das Leben des Verstorbenen zu erzählen", erklärt Bestatterin Hanna Thiele-Roth.

In Bremen gibt es eine Smartphone-App, die kulturell Interessierte über den Friedhof leitet. Sie hält Bilder und Texte über die berühmten Persönlichkeiten, die dort bestattet sind, bereit.

In Bergisch Gladbach steht nicht das Interesse der Öffentlichkeit im Fokus, sondern die Angehörigen. Wer dem Verstorbenen auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten nah sein möchte, oder wem es nicht möglich ist, das Grab auf dem Friedhof zu besuchen, der kann die Internetpräsenz des Bestattungsunternehmens Pütz-Roth nutzen: "Jedes Grab ist über eine Gedenkseite im Internet gespiegelt. Man kann dort Fotos austauschen oder auch Geschichten erzählen, die man zusammen mit dem Verstorbenen erlebt hat", beschreibt Hanna Thiele-Roth das Konzept.

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