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Dietmar Bär: "Es gibt ja nur noch Krimis!"

Dietmar Bär
Dietmar Bär 2017 beim Literaturfestival Lit.Kid.Cologne. Foto: Rolf Vennenbernd © deutsche presse agentur

Der Schauspieler Dietmar Bär wünscht sich mehr Fernsehspiele. "Das wird immer weniger und immer schwieriger", sagte der 57-Jährige, der einem breiten Publikum als Kölner "Tatort"-Kommissar bekannt ist, im Interview mit dem "Münchener Merkur" und der "tz" (Mittwoch).

"Es gibt ja nur noch Krimis!", kritisierte Bär. "Wenn ich mein Ohr an die Zuschauer da draußen halte, dann höre ich darüber schon eine allgemeine Verunsicherung und die Frage, ob es nicht noch etwas anderes geben muss außer Mord und Totschlag." Früher habe es mindestens zwei Mal im Monat ein sogenanntes sozialkritisches Fernsehspiel gegeben. "Der WDR, mein Haussender, war dafür sehr bekannt."

Am Mittwochabend ist Bär in dem TV-Drama "Für meine Tochter" (ZDF, 20.15 Uhr) als Apotheker Benno Winkler zu sehen, der auf der Suche nach seiner verschollenen Tochter ins türkisch-syrische Grenzgebiet reist. Dass so ein Film die Zuschauer aufrütteln könne, glaubt Bär nicht. "Ich glaube, das kann Fernsehen gar nicht leisten. Wir machen gute Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger."

Der ZDF-Film hat den Schauspieler allerdings ins Grübeln gebracht: "Ich habe tatsächlich noch öfter darüber nachgedacht, wie Gast-unfreundlich manche Menschen sein können", sagte er im Interview. "Angefangen von der Regierung in diesem schönen Land Bayern. Man weiß doch, dass über 90 Prozent der Geflüchteten Sachen auf sich genommen haben, die wir uns gar nicht vorstellen können. Viele waren monatelang auf der Flucht, haben alles in ihrer Heimat aufgegeben, und dann muss ich mir dieses zynische Wort "Asyltourismus" aus dem Mund eines Ministerpräsidenten anhören... Das finde ich beschämend!"


Quelle: DPA

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